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Überlebenskampf mit 84: Warum ein Hamburger Rentner noch als Security arbeitet

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Überlebenskampf mit 84: Warum ein Hamburger Rentner noch als Security arbeitet
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Die Geschichte von Wilhelm Hahn zeigt die Realität der Altersarmut in Deutschland. Mit 84 Jahren arbeitet er noch im Sicherheitsdienst, um seine Miete und Grundbedürfnisse zu finanzieren.

In den Straßen Hamburg s, genauer gesagt im Stadtteil Sternschanze, findet man ein Bild, das auf den ersten Blick völlig gewöhnlich wirkt, bei genauerem Hinsehen jedoch eine tiefe soziale Tragik offenbart.

Dort steht Wilhelm Hahn, ein 84-jähriger Mann, der mit einer aufrechten Haltung und einem wachen Blick vor einer Filiale des Discounters Penny wacht. Er trägt eine schwarze Jacke und wirkt in seinem Auftreten absolut souverän. Wer ihn sieht, würde kaum vermuten, dass er bereits das Alter von 84 Jahren erreicht hat. Doch Wilhelm Hahn ist kein Rentner im klassischen Sinne, der seinen Lebensabend im Ruhestand genießt.

Er arbeitet weiterhin als Sicherheitsmitarbeiter, zweimal pro Woche für jeweils sechs bis acht Stunden. Dieser Job ist jedoch kein Ergebnis von Ehrgeiz oder dem Wunsch nach einer sinnvollen Beschäftigung im Alter, sondern eine bittere finanzielle Notwendigkeit. Die Zahlen hinter seinem Leben sind ernüchternd. Seine monatliche Rente beläuft sich auf 841,79 Euro.

In einer Stadt wie Hamburg ist dies ein Betrag, der kaum zum Überleben reicht. Allein die Miete verschlingt einen massiven Teil dieses Geldes, nämlich 468 Euro. Wenn man davon noch die Kosten für Strom, die Rundfunkgebühren, Bahntickets und die tägliche Zeitung abzieht, bleibt am Ende des Monats eine Summe zwischen 200 und 260 Euro. Mit diesem geringen Restbetrag muss Wilhelm Hahn seine Ernährung finanzieren, Kleidung kaufen und notwendige Medikamente bezahlen.

Er beschreibt die Situation nüchtern: Ohne seinen Zuverdienst müsste er bei jeder zusätzlichen Ausgabe am täglichen Essen sparen und quasi hungern, was für ihn absolut inakzeptabel ist. Der Lebensweg von Wilhelm Hahn führte ihn über viele Stationen und Berufe. Ursprünglich stammt er aus Setzelbach in Hessen, wo er in einer Welt mit klaren Hierarchien auf einem Bauernhof aufwuchs. In seiner Jugend wollte er Lehrer werden und zog dafür nach München, um zu studieren.

Doch das Studium brach er bereits nach vier Semestern ab. Statt im Klassenzimmer zu stehen, landete er in der Welt des Handels. Er arbeitete als Handelsvertreter, absolvierte eine Ausbildung zum Radio- und Fernsehtechniker, fuhr Taxi und war sogar als Fuhrunternehmer tätig. Viele Jahre verbrachte er im Sicherheitsdienst, oft in der Nacht als Revierfahrer, um Firmen vor Einbrüchen und Bränden zu schützen.

Eine gezielte Vorsorge für das Alter fand nicht statt, da er darauf vertraute, dass das staatliche System ihn im Alter absichern würde. Als er 2006 in Rente ging, erhielt er anfangs nur 569,38 Euro monatlich. Seine kleinen Ersparnisse waren innerhalb eines halben Jahres aufgebraucht. Interessanterweise lehnt Wilhelm Hahn staatliche Unterstützung in Form von Grundsicherung oder Wohngeld kategorisch ab.

Für ihn ist dies eine Frage der Würde und der Selbstachtung. Er ist überzeugt, dass er sein Selbstwertgefühl verlieren würde, wenn er vom Amt abhängig wäre.

Zudem würde die staatliche Hilfe seinen Zuverdienst stark einschränken. Durch seine aktuelle Tätigkeit im Sicherheitsdienst verdient er monatlich zwischen 600 und 800 Euro dazu, was ihm ein Minimum an Lebensqualität ermöglicht. Er gönnt sich keine Luxusreisen, aber gelegentlich einen Restaurantbesuch bei Schweinske oder eine Fahrt mit der Fähre nach Övelgönne, einem malerischen Viertel an der Elbe. Um Geld zu sparen und fit zu bleiben, läuft er die 25 Minuten zu seinem Einsatzort zu Fuß.

Sein Arbeitsalltag besteht aus dem Überwachen des Eingangs, dem Durchsetzen von Hausverboten und der Prävention von Diebstählen. Er beobachtet dabei oft, dass Menschen in finanzieller Not oder Obdachlose zu Diebstählen greifen. Trotz seines Alters fühlt er sich körperlich fit, vergleicht sich mit einem 50- oder 60-Jährigen und hält sich mit täglicher Gymnastik und Treppensteigen gesund. Wenn er über den sozialen Rechtsstaat nachdenkt, bleibt er kritisch und fragt sich, was an seinem persönlichen Schicksal eigentlich sozial oder gerecht ist.

Dennoch hadert er nicht lange mit seinem Los, sondern akzeptiert die Realität. Für die Zeit, in der er körperlich nicht mehr in der Lage sein wird, Security-Arbeit zu leisten, hat er bereits einen Plan B: Er könnte sich vorstellen, im Kino Tickets zu kontrollieren oder Popcorn zu verkaufen

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