Russland: Haben 754 ukrainische Drohnen abgefangen +++ Russland kündigt weitere systematische Angriffe auf Ukraine an +++ Vor Wirtschaftsforum – Ukrainische Drohnen treffen St. Petersburg +++ Der Newsblog.
Die verstärkten ukrainischen Angriffe auf Ziele in Russland ermöglichen es der Ukraine Präsident Wolodymyr Selenskyj zufolge Verhandlungen über ein Kriegsende auf Augenhöhe. Bei einem gemeinsamen Auftritt mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte in Kiew sagt er, dass es für die Ukraine nur eine Frage der Zeit sei, bis man den Umfang solcher Angriffe erhöhe.
Der Kreml hat am Mittwoch bestätigt, dass der ehemalige deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder Russland besucht. Russische Staatsmedien hatten zuvor berichtet, Schröder sei in Moskau gesehen worden. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte, Russland begrüße seinen Besuch. Es war unklar, ob sich Schröder immer noch in Russland aufhält.
Präsident Wladimir Putin hatte den Altkanzler vor zwei Wochen als Person genannt, die Europa bei möglichen künftigen Gesprächen mit Moskau über die Sicherheit des Kontinents vertreten könnte. Die Bundesregierung und andere europäische Regierungen hatten dies deutlich abgelehnt. Die ukrainische Staatsbahn Ukrsalisnyzja fordert zur Sanierung ihrer Finanzen und für den Abschluss einer Umschuldung eine Anhebung der Frachttarife um mindestens 45 Prozent in diesem Jahr.
Die Bahn könne nicht länger andere Wirtschaftszweige mit eigenen Mitteln subventionieren, sagt der Chef des Unternehmens, Olexandr Perzowskyi, der Nachrichtenagentur Reuters. Die Erhöhung sei ein Kompromiss, der es dem Unternehmen erlaube, „zumindest durchzuhalten“. Hintergrund sind die stark gestiegenen russischen Angriffe auf die Infrastruktur der Bahn. Im fünften Kriegsjahr ist die Eisenbahn ein wichtiger Teil des ukrainischen Logistiknetzes für den Güter- und Personenverkehr.
Die russischen Streitkräfte greifen immer wieder Lokomotiven, Depots, Umspannwerke und Brücken an, um den Betrieb zu lähmen. Die russischen Streitkräfte haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau binnen 24 Stunden 754 ukrainische Drohnen abgefangen. Unabhängig überprüfen lassen sich solche Angaben zum Kampfgeschehen nicht. Russland teilt nicht mit, wie viele feindliche Drohnen entdeckt wurden oder ihr Ziel erreicht haben.
Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben bei seinem Angriff auf Kronstadt ein Kriegsschiff der russischen Ostsee-Flotte getroffen. Der Treffer habe an Bord der Korvette „Boikij“ einen Großbrand ausgelöst, teilt das ukrainische Militär auf Telegram mit. Russland kündigt nach dem ukrainischen Beschuss von Zielen in St. Petersburg weitere systematische Angriffe auf die Ukraine an.
„Ich möchte Sie an die Erklärung des Außenministeriums erinnern, in der es heißt, dass unsere Reaktionen systematisch sein werden, und das sind sie auch schon“, sagt der Sprecher des Präsidialamtes in Moskau, Dmitri Peskow, vor der Presse. Er reagiert damit auf eine Frage nach dem ukrainischen Angriff auf St. Petersburg.
Dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge haben die Streitkräfte bei ihrem Angriff auf St. Petersburg nicht nur das Ölterminal, sondern auch eine Militäreinrichtung in Kronstadt auf einer Insel in der Nähe der russischen Metropole ins Visier genommen. Dort befinden sich Teile der russischen Baltischen Flotte sowie wichtige Schiffbau- und Reparaturanlagen. Der ukrainische Generalstab teilt mit, dass erste Informationen auf Treffer von Schiffen und Infrastruktur in Kronstadt hindeuteten.
Ein unbestätigtes Video, das in den sozialen Medien kursiert, zeigt Anwohner, die ukrainische Drohnen filmen. Diese ähneln Flugzeugen und fliegen über Teilen der Stadt, während im Hintergrund Brände am Exportterminal für Treibstoff wüten. Über der russischen Region Leningrad hat die Flugabwehr nach Angaben von Gouverneur Alexander Drosdenko in der Nacht zum Mittwoch 59 ukrainische Drohnen abgefangen. Wie viele feindliche Geschosse entdeckt wurden oder eingeschlagen sind, teilt die russische Seite nicht mit.
Nato-Generalsekretär Mark Rutte ist in der ukrainischen Hauptstadt Kiew angekommen. Das teilt die ukrainische Eisenbahn mit.
„Wir freuen uns, heute Nato-Generalsekretär Mark Rutte im Kiewer Hauptbahnhof begrüßen zu dürfen“, erklärt die staatliche Ukrsalisnyzia auf Telegram. Bei Drohnenangriffen auf St. Petersburg sind nach Angaben des Gouverneurs Teile der Infrastruktur in mehreren Bezirken beschädigt und mehrere Menschen verletzt. In der russischen Metropole beginnt am Mittwoch ein internationales Wirtschaftsforum, das als „russisches Davos“ von Präsident Wladimir Putin gilt. Bilder in Telegram-Kanälen zeigen tieffliegende Drohnen und Feuer am Ölterminal im Hafen der zweitgrößten russischen Stadt.
Der Flugverkehr am Flughafen St. Petersburg ist Daten von Tracking-Internetseiten zufolge stark eingeschränkt, seit Stunden starten und landen keine Maschinen. Bei einem ukrainischen Drohnenangriff sind nach russischen Angaben Ziele in der Stadt Mitschurinsk getroffen worden. Unter anderem seien Nebengebäude eines Industriebetriebes, ein Wohnhaus und eine Bibliothek beschädigt worden, teilt der Gouverneur der zentralrussischen Oblast Tambow, Jewgeni Perwyschow, mit. Verletzte gebe es nicht.
Nach der Einführung von Benzin- und Diesel-Limits auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim müssen sich nun auch die Menschen im besetzten ukrainischen Gebiet Luhansk auf eine begrenzte Ausgabe von Kraftstoff einstellen. Bei den Marken AI-95 und AI-92 sowie Diesel werde die Abgabe auf höchstens 20 Liter pro Person beschränkt, meldete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf die Besatzungsbehörden.
Begründet wurde der Schritt demnach mit den derzeitigen Vorräten und einer gestiegenen Kraftstoffnachfrage in den vergangenen Tagen. Es handele sich um vorübergehende Beschränkungen, hieß es weiter. Bei einem Drohnenangriff auf die Stadt Mitschurinsk in der zentralrussischen Region Tambow werden nach Angaben von Gouverneur Jewgeni Perwyschow unter anderem Nebengebäude einer Industrieanlage, ein Wohnhaus und eine Bibliothek beschädigt. Verletzte gebe es nicht, teilt er auf Telegram mit.
Bei einem Drohnenangriff im russisch kontrollierten Teil der ostukrainischen Region Donezk werden nach Angaben der dortigen Behörden sieben Menschen getötet und elf weitere verletzt. Die Drohne habe einen Reisebus getroffen, der zwischen Moskau und Simferopol auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim unterwegs gewesen sei, teilt der von Moskau eingesetzte Regionalgouverneur Denis Puschilin auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Russland meldet den Abschuss mehrerer Drohnen über der Region Leningrad und im Anflug auf Moskau.
In der Region im Nordwesten des Landes seien drei Drohnen abgeschossen worden, teilt Gouverneur Alexander Drosdenko im Kurznachrichtendienst Telegram mit. Weitere 13 Drohnen habe die Luftabwehr vor der Hauptstadt abgefangen, erklärt der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin. Unterdessen wird am St. Petersburger Flughafen Pulkowo der Flugverkehr vorübergehend eingeschränkt, wie die Luftfahrtbehörde Rosawiazija mitteilt. In St. Petersburg beginnt in Kürze das Internationale Wirtschaftsforum.
Russland verhängt ein Einreiseverbot gegen fünf britische Staatsbürger, darunter zwei bekannte Journalisten. Der Schritt sei eine Antwort auf die „provokante antirussische Rhetorik britischer Regierungsvertreter, die Verbreitung von Unterstellungen gegen Russland und konkrete Schritte Londons zur Belieferung des Kiewer Regimes mit Waffen“, teilt das Außenministerium in Moskau auf seiner Internetseite mit. Betroffen von der Maßnahme seien die auf Russland spezialisierte Investigativjournalistin der „Washington Post“, Catherine Belton, sowie der Korrespondent für Sicherheitsthemen der britischen Zeitung „The i“, Richard Holmes.
Holmes ist für seine Recherchen ausgezeichnet worden und war Finalist für den Pulitzer-Preis. Auf der Sanktionsliste stehen zudem Vertreter aus einer Denkfabrik sowie aus Unternehmen. Nach einem schweren russischen Angriff mit vielen Toten und Verletzten in der Nacht zu Dienstag warnt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erneut vor einer großen Attacke. Noch in dieser Nacht könne es zu einem massiven Angriff kommen, sagte er unter Berufung auf Geheimdienstinformationen in seiner abendlichen Videobotschaft.
Erst in der Nacht auf Dienstag hatte Russland die Ukraine erneut mit schweren Luftangriffen überzogen. Selenskyj sprach von 22 Toten und 130 Verletzten. Selenskyj sagte weiter, Russland stuft ukrainische Unternehmen, die Fortschritte bei der Entwicklung und Produktion von Raketen machen, als vorrangige Ziele ein. Die Ukraine werde darauf reagieren.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnt vor einem erneuten massiven russischen Luftschlag.
„Unseren Geheimdienstinformationen zufolge könnte es heute Nacht zu einem weiteren großangelegten Angriff kommen“, sagt Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft. Er fordert die Bevölkerung eindringlich auf, auf Luftalarme zu achten. Die Zahl der Toten durch die jüngsten russischen Angriffe steigt nach ukrainischen Angaben auf 22.
Zudem gebe es mehr als 100 Verletzte bei den Attacken mit Hunderten Drohnen und Dutzenden Raketen. Allein in Dnipro im Südosten des Landes seien 16 Menschen in der Nacht ums Leben gekommen, teilen die Behörden mit. Bei erneutem russischen Beschuss im Laufe des Tages seien zwei weitere Menschen verletzt worden. Russland hat wegen der ukrainischen Drohnenangriffe auf seine Raffinerien die Rohölexporte über seine Westhäfen deutlich ausgeweitet.
Die Ausfuhren über die Häfen Primorsk, Ust-Luga und Noworossijsk stiegen im Mai im Vergleich zum Vormonat um 15 Prozent auf 2,5 Millionen Barrel pro Tag, wie zwei mit den Daten vertraute Brancheninsider am Montag der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Dies ist der höchste Wert seit September 2024. Die Regierung in Moskau ist zu diesem Schritt gezwungen, da sie das Öl wegen der beschädigten Anlagen nicht mehr im eigenen Land verarbeiten kann.
Hintergrund sind die verstärkten ukrainischen Angriffe auf die russische Ölindustrie in diesem Frühjahr. Diese haben zu erheblichen Ausfällen in den Raffinerien und zu Kraftstoffengpässen in Russland geführt. Den Insidern zufolge waren zuletzt praktisch alle großen Raffinerien in Zentralrussland gezwungen, ihre Produktion zu drosseln oder ganz einzustellen. Mit den höheren Rohölexporten will Moskau eine drastische Drosselung der Ölförderung vermeiden.
Die Exportkapazitäten der Westhäfen sind jedoch begrenzt. Das erschwert es, die gesamte nicht verarbeitete Ölmenge umzuleiten. Der von Russland eingesetzte Regierungschef der annektierten ukrainischen Halbinsel Krim, Sergej Axjonow, ruft die Bevölkerung angesichts von Benzinknappheit zu Geduld und Ruhe auf. Auf der Krim kommt es zu Engpässen bei der Treibstoffversorgung, nachdem ukrainische Drohnenangriffe die Lieferungen aus den angrenzenden, von Russland kontrollierten Gebieten eingeschränkt haben.
Russland hatte die ukrainische Halbinsel bereits im Jahr 2014 annektiert. Die russischen Streitkräfte haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau in der Nacht zum Dienstag mehrere Einrichtungen der Rüstungsindustrie in der Ukraine beschossen und getroffen. Allein in Kiew seien zehn Rüstungsunternehmen getroffen worden, erklärt das Ministerium. Darunter seien Firmen, die Kampfdrohnen herstellten.
Auch in anderen Gebieten der Ukraine seien Einrichtungen der Rüstungsindustrie beschossen worden. Russland habe außerdem drei Rekrutierungszentren für die ukrainischen Streitkräfte in Kiew angegriffen. Dies sei eine Reaktion auf einen ukrainischen Drohnenangriff auf ein Studentenwohnheim im russisch kontrollierten Luhansk in der Ostukraine im vergangenen Monat gewesen, teilt das Ministeriums weiter mit. Dabei seien 21 Menschen getötet und 42 verletzt worden.
Die Ukraine bestreitet, das Studentenwohnheim angegriffen zu haben, und erklärt, sie habe ein Drohnen-Kommandozentrum in der Gegend im Visier gehabt. Kanzler Friedrich Merz hat beim Empfang des ungarischen Ministerpräsident Peter Magyar in Berlin gefordert, dass die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine beginnen sollen.
„Wir verstehen, dass Budapest zunächst bilaterale Fragen klären will, wie etwa die Rechte der ungarischen Minderheit in der Ukraine“, sagt Merz. „Das darf aber nicht zu Lasten der europäischen Unterstützung gehen und uns nicht von dem Ziel abbringen, die Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine jetzt auch mit dem ersten Kapitel förmlich zu eröffnen“, fügt er hinzu. Der Krieg in der Ukraine ist nach Darstellung des Kremls wegen ukrainischer Angriffe auf Zivilisten in eine neue Phase eingetreten.
Der Konflikt habe „ein neues Paradigma“ erreicht, sagt Kremlsprecher Dmitri Peskow. Er reagiert damit auf Fragen zu den schweren russischen Luftangriffen in der Nacht, bei denen nach jüngsten Angaben mindestens 18 Menschen getötet und 100 verletzt werden. Moskau stellt die Angriffe als Vergeltung für einen ukrainischen Drohnenangriff auf ein Studentenwohnheim im russisch kontrollierten Luhansk im vergangenen Monat dar, bei dem 21 Menschen starben.
Die Ukraine weist den Vorwurf zurück, das Wohnheim gezielt angegriffen zu haben, und erklärt, das Ziel sei eine Drohnen-Kommandozentrale gewesen. Nach dem russischen Großangriff auf die Ukraine ist die Zahl der Toten in der südöstlichen Großstadt Dnipro auf elf gestiegen. Die Leichen eines achtjährigen Jungen und einer Frau seien aus den Trümmern eines zerstörten vierstöckigen Gebäudes geborgen worden, teilt der Gouverneur der Region, Oleksandr Hanscha, mit. Unter den Todesopfern befinde sich auch ein dreijähriger Junge.
Zudem seien in Dnipro bei dem nächtlichen Angriff 37 Menschen verletzt worden. In der Hauptstadt Kiew wurden bei den russischen Luftangriffen den Behörden zufolge mindestens vier Menschen getötet.
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