USA: Bayer investiert 2,2 Milliarden Dollar in neues US-Werk

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In New Albany in Ohio sollen künftig Krebs-, Herz- und Nierenmedikamente hergestellt werden. Der Pharmakonzern stärkt damit sein US-Geschäft – mitten in Trumps Kampf gegen hohe Arzneimittelpreise.

baut für 2,2 Milliarden Dollar eine neue Pharmafabrik in New Albany im US-Bundesstaat Ohio. Das gab der Leverkusener Konzern am Freitagabend bekannt. Der Pharma- und Agrarkonzern will dort auf einem Campus zunächst Krebs-, Herz-Kreislauf- sowie Nierenmedikamente produzieren und rund 600 neue Stellen schaffen.

„Die Expansion ist ein weiterer wichtiger Schritt, um unser Pharmageschäft auszubauen und die Nachfrage unserer Kunden und Patienten in den USA sowie darüber hinaus zu bedienen“, erklärte US-Chef Sebastian Guth, der gleichzeitig operativer Chef der Pharmasparte von Bayer ist. Gleichzeitig seien die USA der am schnellsten wachsende Pharmamarkt für Bayer, so Guth. Schon jetzt erwirtschaftet die Sparte rund 35 Prozent ihres Umsatzes in Nordamerika. Bis zum Ende des Jahrzehnts soll sich der US-Umsatz mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln mindestens verdoppeln,.

Mehr als sieben Milliarden Dollar sind nach Angaben von Bayer in den vergangenen fünf Jahren dort bereits in Forschung, Entwicklung und Produktion der Pharmasparte geflossen. Das Tempo ist zugleich eine Notwendigkeit. Bayer muss den Rückgang älterer Blockbuster-Medikamente ausgleichen, der den Umsatz belastet. Beim Gerinnungshemmer Xarelto und dem Augenmittel Eylea setzen Generika und Biosimilars, also Nachahmer biologischer Arzneimittel, dem Konzern zu.

Bayer will deshalb seine Produktpipeline stärken und stellt für die Pharmasparte ab 2027 wieder ein Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich in Aussicht. Große Hoffnungen setzt Bayer auf Nubeqa. Das Medikament wird zur Behandlung von Prostatakrebs eingesetzt, der Dax-Konzern traut ihm in der Spitze einen Jahresumsatz von mehreren Milliarden Euro zu.

Als weitere Wachstumsträger gelten Kerendia gegen chronische Nierenerkrankungen bei Diabetes und gegen Herzinsuffizienz, der Gerinnungshemmer Asundexian, der in wichtigen Märkten im Zulassungsverfahren ist, sowie Lynkuet gegen Hitzewallungen in den Wechseljahren.hatte bereits im Mai vergangenen Jahres per Präsidialerlass gefordert, dass Amerikaner für Arzneimittel nicht mehr zahlen als Patienten in vergleichbaren Industrieländern – das Prinzip der „Meistbegünstigung“ . Die Investition in Ohio ist zugleich eine Wette auf die Zeit nach der Regierung von US-Präsident Donald Trump.

Das erste Modul zur Herstellung von Wirkstoffen soll voraussichtlich im Jahr 2031 den Betrieb aufnehmen. Ein zweites Modul für Fertigarzneimittel soll im Jahr 2034 folgen. Die USA stellten weniger als fünf Prozent der Weltbevölkerung, finanzierten aber rund drei Viertel der weltweiten Pharmagewinne, begründet die Trump-Regierung die Initiative zu Preissenkungen. Tatsächlich ist der Abstand groß: Gemessen an den Listenpreisen kosten Medikamente in den USA laut Studien rund drei- bis viermal so viel wie in anderen Industrieländern.

Seit dem Präsidialerlass haben 26 Hersteller freiwillige Preisabkommen mit dem Weißen Haus geschlossen, die nach dessen Angaben 89 Prozent des Markts für Markenmedikamente abdecken. Wie viel die Abkommen tatsächlich bringen, ist allerdings umstritten. Die Verträge sind geheim, bei bereits eingeführten Medikamenten gelten die Preiszusagen vor allem für das staatliche Gesundheitsprogramm Medicaid und für Selbstzahler. Wer unterschrieben hat, bleibt unter Auflagen bis Januar 2029 von den Zöllen auf patentgeschützte Importarzneien verschont.

Sie gelten seit Ende September für zahlreiche Hersteller und können bis zu 100 Prozent betragen. Bayer gehört bislang nicht zu den Unterzeichnern. Die Zölle selbst sieht das Management aber ohnehin gelassen. Für Ware aus dergreift laut dem Handelsabkommen mit Washington ein Satz von 15 Prozent, eine wesentliche Belastung für die Prognose dieses Jahres erwartet Bayer nicht.

Heikler ist die Preisfrage. Man prüfe wegen der MFN-Politik die eigenen Preis- und Markteinführungsstrategien, hieß es bei der Vorlage der Halbjahreszahlen im August. Pharmachef Stefan Oelrich wurde konkreter: Den Gerinnungshemmer Asundexian, der kurz vor der Markteinführung steht, will Bayer zunächst in den USA und China bepreisen, Europa soll folgen. Jenen Ländern, die der US-Regierung als Vergleichsmaßstab dienen, habe man bereits klargemacht, dass dort vergleichbare Preise nötig seien. Andernfalls könne sich der Marktzugang dort verzögern.

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