Die Oder, vier Monate nach dem großen Fischsterben: Von der Erholung, die der Fluss dringend bräuchte, fehlt jede Spur, wie Umweltministerin Steffi Lemke bei einem Besuch feststellen muss. Von MBauchmueller
spiegelt sich die Sonne, und der Winter hat die Landschaft fein gepudert. Doch wohin die Umweltministerin auch schaut, sie sieht nur Ärger. Auf der polnischen Seite arbeitet ein Bagger am Fluss, an einem Seitenarm erblickt die Umweltministerin Spundwände. Nicht mehr lange, dann sollen Bagger das ganze Flussufer umbauen."Noch hoffen wir, dass sich das verhindern lässt", sagt die Grüne und legt das Fernglas weg.
Lemke ist auf Ortsbesuch im Nationalpark Unteres Odertal, nicht weit von Schwedt. Ziemlich genau vier Monate ist es her, dass an den Ufern der Oder massenhaft tote Fische trieben. Insgesamt 360 Tonnen toter Fische wurden aus dem Fluss geborgen, das große Sterben war so plötzlich wie unerklärlich."Allein in unserem Flussabschnitt waren es 12,4 Tonnen", sagt Nationalpark-Chef Dirk Treichel."12,4 Tonnen! Das ist gigantisch." Zwar sei der Fluss nicht tot.
Üblicherweise kommt die Goldalge in Brackwasser vor, also am Übergang von Süß- zu Salzwasser. Ihr Entstehen, sagt Busse, sei nicht nur durch sommerliche Wärme und Niedrigwasser begünstigt worden,"sondern vor allem durch einen erhöhten Salzgehalt im Fluss". Nur: Woher das Salz kommt, ist immer noch Gegenstand staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen in Polen - und, schlimmer noch, es ist immer noch da. Lemke geht durch verschneites Gras ans Ufer. Mit einer Messsonde darf sie das Oderwasser überprüfen: 1447 Mikrosiemens je Zentimeter. So wird die elektrische Leitfähigkeit des Wassers gemessen, der Wert liegt über dem Doppelten üblicher Messungen. Hohe Leitfähigkeit ist ein Hinweis auf einen hohen Salzgehalt.
Rund zwei Drittel waren dem Sterben im vergangenen Sommer zum Opfer gefallen, dazu auch massenhaft Großmuscheln. Letztere gingen zwar buchstäblich unter, auch in der öffentlichen Wahrnehmung. Für das Leben im Fluss sind sie aber unersetzlich, schon, weil sie dessen Wasser filtern."Die Oder braucht dringend eine Kur", sagt Treichel. Zwar gebe es zum Glück vermehrt Jungfische im Fluss.
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