Warum Berliner Studierende noch bei ihren Eltern wohnen

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Warum Berliner Studierende noch bei ihren Eltern wohnen
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Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Manche finden nichts "Angemessenes", andere können es sich schlichtweg "nicht leisten" und wieder andere, finden die Wohnsituation so eigentlich "ganz angenehm". Wir haben drei Berliner Studierende nach ihren Gründen gefragt.

Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Manche finden nichts "Angemessenes", andere können es sich schlichtweg "nicht leisten" und wieder andere, finden die Wohnsituation so eigentlich "ganz angenehm".

Wenzel Wachsmuth und der bezahlbare Wohnungsmarkt

Wir haben drei Berliner Studierende nach ihren Gründen gefragt. Wenzel Wachsmuth, 24, hat es vor einem halben Jahr aufgegeben, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Der 24-jährige Wenzel aus Kreuzberg studiert Jura. Er möchte gerne das elterliche Nest verlassen und mit seiner Freundin zusammenziehen, doch in Berlin finden sie keine erschwingliche Wohnung.

"Etwas Angemessenes zu finden, ist das große Problem. In WGs wollte ich zu Studienbeginn nicht ziehen. Da ich mit meiner Freundin seit sechs Jahren zusammen bin, wollten wir eigentlich zusammenziehen. Aber wir haben nie etwas gefunden - nicht über den offiziellen Markt, nicht über Freunde und Bekannte.

Wir waren auf Besichtigungen, aber es ist nie etwas daraus geworden. Vor einem halben Jahr haben wir aufgehört, zu suchen, weil wir beide ein Auslandssemester absolvieren. Eigentlich bin ich nie ausgezogen. Ich habe zwar nach dem Abi fast zwei Jahre lang in Österreich gearbeitet und auf dem Land in der Wohnung, die meine Eltern dort haben, gelebt.

Nachdem ich angefangen habe, Jura an der Freien Universität Berlin zu studieren, bin ich aber wieder zurück nach Kreuzberg zu meinen Eltern gezogen. Wir haben eine relativ große Wohnung. Mit meiner Freundin, die quasi auch hier wohnt, sind wir zu fünft. Meine Eltern haben ihr Zimmer, ich teile mir meins mit meiner Freundin und mein Bruder hat ein eigenes Zimmer.

Wir haben eher so ein WG‑Feeling. Es gibt keine Verpflichtungen, zum Essen da zu sein oder bestimmte Aufgaben zu übernehmen. Jeder kommt, wann er will, wie er will. Deshalb ist es eigentlich ganz entspannt.

Ich fühle mich nicht wie ein kleines Kind. Natürlich wünsche ich es mir, auszuziehen. Aber wie gesagt: Die Bedingungen geben es nicht her. Und das ist okay.

Ich habe auch kein Problem damit, zu erzählen, dass ich noch zu Hause wohne. Wir leben relativ zentral in Kreuzberg, ich habe also selten lange Wege. Mein Institut ist aber in Dahlem. Wenn ich dorthin oder nach Friedenau ziehen würde, wäre ich natürlich schneller in der Uni.

Dass ich zu Hause lebe, merke ich im Portemonnaie. Ich spare mir viele Lebenshaltungskosten. Ich zahle zwar auch Einkäufe von meinem Geld, aber ich spare die Miete und hier und da noch weitere grundlegende Sachen wie Putzmittel. Aber ich bemerke Unterschiede, was das Schließen und Pflegen von Freundschaften und das Studileben angeht.

Ich lade gerne zu mir nach Hause ein. Es ist mir nicht unangenehm, bei meinen Eltern zu leben. Aber je mehr Leute kommen, desto weniger Platz gibt es, was die Situation unangenehm macht. Dann lade ich lieber mal ein, zwei Leute ein und nicht gleich mehrere, was ich vielleicht machen würde, wenn ich alleine wohnen würde.

Elektra Breinl lebt bei ihrer Mutter

"Elektra Breinl. Credits: Ida Marie BangsgaardAuch Elektra lebt bei ihrer Mutter in Kreuzberg. Hier hat sie ihre Kindheit und Jugend verbracht, hier sei sie erwachsen geworden. Die 22-Jährige studiert visuelle Kommunikation an der Kunsthochschule in Weißensee.

Sie hofft darauf, bald auszuziehen.

"Ich war mal für eineinhalb Monate wegen eines Praktikums in Hannover. Da habe ich allein gewohnt. Ansonsten habe ich immer schon mit meiner Mutter zusammen gelebt. Nach dem Abitur habe ich neben meinem ersten Studium zwei Jahre lang sehr viel gearbeitet.

Ich war finanziell noch nicht stabil genug, um auszuziehen. Gleichzeitig habe ich ein sehr gutes Verhältnis zu meiner Mutter, weshalb ich gar nicht den Drang hatte, sofort etwas Eigenes zu suchen. Ich fühle mich hier sehr wohl. Ich habe natürlich immer mal wieder Streitigkeiten mit meiner Mutter, aber eigentlich funktioniert das bei uns wie in einer WG.

Jeder kocht für sich und jeder kauft für sich ein. Wir essen manchmal auch miteinander und nutzen auch die Lebensmittel der jeweils anderen. Aber letztlich macht jeder sein eigenes Ding. Ich fühle mich bei ihr nicht wie ein kleines Kind.

Wir hatten schon immer eine Beziehung, die sehr auf Augenhöhe war. Ich fühle mich bei meiner Mutter nicht wie ein kleines Kind. Wir hatten schon immer eine Beziehung auf Augenhöhe. Diese Mutter-Tochter-Dynamik war noch nie klassisch.

Daher hat mein Zusammenwohnen mit meiner Mutter mein Sozialleben nicht negativ beeinflusst. Sie hat immer ein recht offenes Verhältnis zu meinen Freundinnen gehabt. Doch das Leben mit meiner Mutter gleicht nicht nur dem Leben in einer WG. Wenn ich mal nicht daran denke, wäscht sie auch meine Wäsche, und ich freue mich darüber.

Der Wunsch nach einem eigenen Zuhause

Genauso, wenn ich die Küche unaufgeräumt verlasse und wieder eine ordentliche betrete. Zugleich stört es mich, dass ich viel Verantwortung abgebe. Ich denke, dass ich vieles schleifen lasse, wenn meine Mutter da ist. Ich versuche weiterhin, auszuziehen.

Von einer Freundin habe ich gehört, dass in dem Haus, in dem sie früher aufgewachsen ist, eine Wohnung frei wird. Ich habe schon einen Antrag gestellt, aber ich bin mir nicht sicher, ob das alles klappt, weil ich auch ein gutes Verhältnis zum jetzigen Vermieter habe und hier gerne bleibe, wenn mir eine andere Option nicht angeboten wird. "

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