Kaffee schmeckt nicht immer gleich: Technik, Wetter, Wasser, Emotionen und Speisen beeinflussen den Geschmack. Ein Physiker erklärt die Hintergründe.
Viele Menschen können morgens erst nach dem ersten Kaffee klar denken oder freundlich nicken. Doch das Heißgetränk schmeckt nicht jeden Tag gleich – selbst bei gleicher Maschine, gleicher Bohne und gleichem Menschen. Der Grund dafür liegt in einer Reihe von Faktoren, die sich ständig ändern und den Geschmack beeinflussen.
Technik und Umgebung beeinflussen den Kaffeegeschmack
Schon die Technik spielt eine Rolle: Auch die teuerste Kaffeemaschine erreicht nicht immer exakt die gleiche Brühtemperatur. Das führt zu kleinen Unterschieden im Ergebnis.
Hinzu kommen Luftfeuchtigkeit und Temperatur in der Küche. Sie beeinflussen das Mahlverhalten der Bohnen, auch wenn der Mahlgrad immer gleich eingestellt bleibt.
Ist es feuchter, etwa vom Kochen oder an Regentagen, saugen die Bohnen Feuchtigkeit auf. Das Kaffeemehl verdichtet sich im Siebträger stärker, das Wasser kommt schlechter durch und braucht länger – der Kaffee schmeckt dann eher bitter.
Professionelle Baristas justieren daher oft den Mahlgrad jeden Morgen neu, abhängig vom Wetter.
Wasser und Bohnenalterung als Faktoren
Ein weiterer Faktor ist das Wasser: Wasser, das einen Tag lang im Tank steht, schmeckt anders als frisches Leitungswasser. Gelöster Sauerstoff verflüchtigt sich, es schmeckt abgestanden, und der damit zubereitete Kaffee hat eher eine bittere, flache Note.
Zudem hat das Wasser im Tank Raumtemperatur, während das Leitungswasser deutlich kühler ist.
Auch die Bohnen selbst verändern sich: Sie altern schnell und verlieren permanent flüchtige Aromen.
Emotionen und vorherige Speisen prägen den Geschmack
Der Kaffeetrinker selbst spielt eine entscheidende Rolle. Thomas Vilgis, Physiker am Max-Planck-Institut für Polymerforschung in Mainz, leitet die Arbeitsgruppe Soft Matter Food Physics, die physikalische Aspekte des Essens erforscht.
Er sagt: Geschmack und Flavour, also der sensorische Gesamteindruck, den ein Essen hinterlässt, sind immer an Emotionen gebunden. Sind wir missgestimmt, traurig, nervös oder aufgebracht, können uns diese Stimmungen die beste Drei-Sterne-Küche vermiesen – oder eben den geliebten Kaffee.
Zusätzlich beeinträchtigt das, was wir vorher gegessen haben, den Geschmack. Belegt das stark die Zunge – Fachleute sprechen vom Oral Coating –, verändert das, wie der Kaffee für uns schmeckt.
All diese Faktoren erklären, warum der Kaffee von Tag zu Tag unterschiedlich wahrgenommen wird, obwohl die Zubereitung gleich erscheint.
Rubbel die nächste Story frei
Kaffeegeschmack Thomas Vilgis Max-Planck-Institut Mainz Kaffeebohnen Baristas Brühtemperatur Oral Coating
Deutschland Neuesten Nachrichten, Deutschland Schlagzeilen
Similar News: Sie können auch ähnliche Nachrichten wie diese lesen, die wir aus anderen Nachrichtenquellen gesammelt haben.
Amazon macht Besitzer von Kaffeevollautomaten gerade sehr glücklichWer täglich mehrere Tassen Kaffee trinkt, merkt schnell, wie sehr die Bohnenkosten ins Gewicht fallen.
Weiterlesen »
Warum wir uns heute durch den Tag snackenFeste Mahlzeiten verlieren an Bedeutung. Was Smartphones, Sparzwang und Abnehmspritzen damit zu tun haben.
Weiterlesen »
Der Tag des Lächelns: Warum wir uns zum Lachen bringen und wie das unser Leben verbessertEin Blick auf persönliche Geschichten und Beobachtungen, die zeigen, wie gemeinsames Lächeln und Freude den Alltagsstress reduzieren und die soziale Verbundenheit stärken, der am 2. Oktober gefeiert wird.
Weiterlesen »
Kaffeefilter: Warum du sie nicht nur für Kaffee, sondern auch zum Putzen nutzen solltestKaffeefilter wurden Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelt, um Kaffeesatz vom Getränk zu trennen. Doch der Papierfilter ist auch ein praktischer Alltagshelfer im Haushalt.
Weiterlesen »
