Beim DEGAM-Kongress schilderten zwei Ärztinnen aus Südamerika, wie schwierig der Weg ihrer Anerkennung in Deutschland war. Aus ihrer Sicht fehlt es an strukturierten Informationen.
Beim DEGAM-Kongress schilderten zwei Ärztinnen aus Südamerika, wie schwierig der Weg ihrer Anerkennung in Deutschland war. Aus ihrer Sicht fehlt es an strukturierten Informationen. Ausländische Ärztinnen und Ärzte, die in Deutschland Fuß fassen möchten, haben es schwer.
Das zeigte am Donnerstag ein Workshop beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin . Dort berichteten zwei südamerikanische Ärztinnen, über ihren langen, oftmals holprigen Weg zur Anerkennung und zum Start ins Berufsleben. Hausärztin Patricia Plaza-Heck aus Bolivien kam 2010 mit ihrem heutigen Ehemann nach Deutschland. In ihrem Heimatland sei die Allgemeinmedizin damals nicht als Fach anerkennt gewesen, in Deutschland habe sie sich größere Chancen erhofft, auf diesem Gebiet tätig sein zu können.
Die größten Schwierigkeiten bereitete ihr zunächst die Sprache, aber auch die Tatsache, dass sie zunächst keine sozialen Kontakte hatten.
„Es war ein absoluter Kulturschock“, berichtete sie. Hinzu kam: Die Weiterbildung sei sehr unstrukturiert abgelaufen, ihr habe beispielsweise ein konkreter Zeitplan gefehlt. Auch der Anerkennungsprozess war aus ihrer Sicht überaus schwierig, die Ärztekammern seien keine große Hilfe gewesen, bedauerte sie. Enttäuschung gab es zunächst auch bei der Suche nach einem Praktikum.
„Keiner wollte mich haben, niemand hat sich getraut, eine Ärztin aus dem Ausland zu beschäftigen“, erinnerte sich Patricia Plaza-Heck. Am Ende fand sie doch noch ein kleines Klinikum, wo sie ihr Praktikum absolvieren konnte. Auf die Frage, auf was sie denn besonders stolz sei, kamen der Medizinerin die Tränen.
„Ich bin auf vieles ziemlich stolz“, sagte sie. Nach einigen Jahren in einer Klinik arbeitet die Frau aus Bolivien nun als angestellte Hausärztin in einer Praxis in Freiburg. Ihr Appell: „Mehr Wertschätzung für die ausländischen Ärztinnen und Ärzte, ihre Motivation ist hoch.
“Allgemeinmedizinerin Juliana Aguirre Rojas schilderte ähnliche Erfahrungen: 2012 kam sie aus Kolumbien nach Deutschland. In ihrem Heimatland seien zunehmend onkologische Patienten in ihre Praxis gekommen, denen sie nur eingeschränkt helfen konnte. Sie beschloss daher, sich zunächst in Spanien zur Palliativmedizinerin weiterbilden zu lassen – mit dem Ziel, später in Deutschland zu arbeiten. Noch in Spanien begann Aguirre Rojas damit, Deutsch zu lernen.
Sie bezeichnet sich selbst als äußerst lernwillige Person. Von Beginn an sei es ihr wichtig gewesen, mit Patienten vernünftig kommunizieren zu können.
„Das mit der Sprachprüfung in Deutschland hat dann auch geklappt“, sagte sie ein wenig stolz. Aber auch sie schilderte, wie wenig Informationen es im Anerkennungsverfahren gegeben habe. Vieles habe sie sich über Mund-zu-Mund-Propaganda aneignen müssen. Zuletzt arbeitete die Kolumbianerin in einem MVZ in Baden-Württemberg, derzeit ist sie auf der Suche nach einer Anstellung.
Wo Ärzte aus dem Ausland Antworten auf ihre Fragen finden, beschäftigte auch die anderen Workshopteilnehmer. Als hilfreiche Anlaufstation nannten sie die Kompetenzzentren Weiterbildung in den einzelnen Bundesländern. Neben Mentorenprogrammen wünschten sie sich Buddy- oder Tandemmodelle, die dabei unterstützen, anzukommen und Fuß zu fassen. Die Sonntagslektüre: Lesen Sie Wissenswertes und Nützliches für Ihre tägliche Arbeit, lassen Sie sich von Kolleginnen und Kollegen inspirieren - und seien Sie immer einen Schritt voraus.
:Die Sonntagslektüre: Lesen Sie Wissenswertes und Nützliches für Ihre tägliche Arbeit, lassen Sie sich von Kolleginnen und Kollegen inspirieren - und seien Sie immer einen Schritt voraus. Die Ausbildung der neuen MFA-Azubis läuft seit einem oder zwei Monaten in den Praxen. Zeit also für erste Feedback-Gespräche und Lernerfolgskontrollen. Medizinisch alles richtig gemacht und trotzdem muss sich die Praxis in einem Prüfverfahren oder gar wegen einer Regressforderung rechtfertigen?
Praxismanagerin Julia Otto zeigt auf, wie Ärzte und ihre Teams vorbeugen. Hoffnungen auf baldige Aufnahme der Wundversorgung mit Kaltplasma in den GKV-Katalog haben sich zerschlagen. Schuld daran ist nicht zuletzt eine verfehlte Abbildung der Versorgungsrealität im EBM. Die Herausforderung bleibt gigantisch: Rund 8000 seltene Erkrankungen sind inzwischen wissenschaftlich identifiziert.
Hoffnung kommt aus der Forschung. Aktuelle Sparpläne könnten dem Erfolg schaden. Seit langem gibt es eine wirksame und sichere Option, dem Zervixkarzinom und anderen, durch das humane Papillomvirus HPV verursachten Tumoren vorzubeugen: die HPV-Impfung. Sie bietet eine einmalige Chance, die Vision Zero für bestimmte Krebsentitäten Wirklichkeit werden zu lassen.
Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin. Auch nach der Cannabis-Legalisierung gelten für die Verordnung zulasten der Krankenkassen hohe Hürden. Das LSG Niedersachsen-Bremen stellt klar, was Ärztinnen und Ärzte prüfen, abwägen und dokumentieren müssen. Permanentes Aufstoßen kann Alltagsaktivitäten erheblich stören und die Lebensqualität beeinträchtigen.
Ab wann Aufstoßen pathologisch ist, welche Differenzialdiagnosen es gibt und wie den Patienten geholfen werden kann. Nach fünf Jahren sind die europäischen Leitlinien zum Management bei Herzinsuffizienz aktualisiert worden. Änderungen hat es unter anderem in der Klassifikation, Nomenklatur und Therapie gegeben. Beim DEGAM-Kongress schilderten zwei Ärztinnen aus Südamerika, wie schwierig der Weg ihrer Anerkennung in Deutschland war.
Aus ihrer Sicht fehlt es an strukturierten Informationen. Zu Überversorgung und Medikalisierung kommt es im Praxisalltag häufig. Woran das liegen könnte, diskutierten Kolleginnen und Kollegen beim DEGAM-Kongress – und überlegten, wie Hausärzte gegensteuern können. Menschen aller Altersgruppen sind von Einsamkeit betroffen.
Daten einer großen BiB-Analyse zeigen zudem: Emotionale und soziale Einsamkeit folgen unterschiedlichen Altersmustern.
Rubbel die nächste Story frei
Medizinstudium E-Health Praxis EDV Digitalisierung
Deutschland Neuesten Nachrichten, Deutschland Schlagzeilen
Similar News: Sie können auch ähnliche Nachrichten wie diese lesen, die wir aus anderen Nachrichtenquellen gesammelt haben.
Kabinett: Härtere Strafen für Angriffe auf Zugbegleiter und ÄrzteWer Polizisten oder Ärzte angreift, soll künftig mit einer längeren Haftstrafe rechnen müssen. Eine Verschärfung ist auch bei Fällen von Volksverhetzung vorgesehen.
Weiterlesen »
Mehr Delegation, bessere Kommunikation, erweiterte Kompetenzen: So sieht die Hausarztpraxis von morgWas macht die hausärztliche Praxis im neuen Primärversorgungssystem aus? Ärztinnen und Ärzte skizzierten auf dem DEGAM-Kongress ihre Wünsche und Aufgaben.
Weiterlesen »
Reinhardt: Wer medizinisches Personal angreift, gefährdet die Versorgung von Patientinnen und Patienten / Bundesärztekammer begrüßt stärkeren strafrechtlichen Schutz von Ärztinnen und ÄrztenBerlin (ots) - Körperliche und verbale Gewalt gegen Ärztinnen und Ärzte sowie andere Beschäftigte im Gesundheitswesen ist keine Ausnahme mehr: Beschimpfungen im Wartezimmer, Drohungen am Telefon, aggressive
Weiterlesen »
Rassismus in der Praxis: Das haben Ärztinnen und Ärzte erlebt – und diese Tipps geben sie KollegenDiskriminierende Beleidigungen machen auch vor Praxen und Universitäten nicht halt. Welche Erfahrungen Ärzte und Lehrende diesbezüglich machen, berichteten sie bei einem Workshop auf dem DEGAM-Kongress.
Weiterlesen »
