Um die Zukunft der Traditionsmarke MV Agusta wird gerungen. Firmenchef Giovanni Castiglioni und Teilhaber Mercedes-AMG haben grundsätzlich unterschiedliche Vorstellungen.
Seit Dezember 2015 werden im MV-Agusta-Werk in Varese kaum noch Motorräder produziert. Weil es an Kapital fehlt und mehrere Zulieferfirmen über unbezahlte Rechnungen klagen, wurden seither wegen Ersatzteilmängeln nur noch bereits in der Pipeline befindliche Motorräder fertiggestellt, ist bei MV Agusta zu hören. Es sollen im Dezember 200, im Januar 300 und im Februar 200 Stück gewesen sein.
Castiglioni will seine Firma weiter wie ein Alleinherrscher führen. Er umgibt sich gerne mit Ja-Sagern. Bei Mitarbeitern, Händlern und Geschäftspartnern ist zu hören, dass sich Castiglioni wenig für das Motorrad-Business interessiere, dass er zu selten in der Firma sei und nicht zu allen wichtigen Meetings erscheine. Ihm fehle die Motorradbegeisterung seines leidenschaftlichen Vaters Claudio, wird ihm vorgeworfen.
Das Management bei AMG weiß, dass MV Agusta bei einem Absatz von weniger als 10.000 Motorrädern pro Jahr nicht lebensfähig ist, weil die Investitionen für diese Größenordnung zu beträchtlich sind. Das von AMG im Oktober 2014 in die Firma gebrachte frische Kapital wurde dem Vernehmen nach überwiegend zur Schuldentilgung verwendet. Zulieferfirmen klagten schon damals über die Zahlungsmoral des Traditionsunternehmens, welches 1945 gegründet wurde.
2015 hat Reparto Corse vier Millionen Euro verschlungen, was für viele Mitarbeitende bei MV Agusta nicht mit dem propagierten Spargedanken zusammenpasst. Heute ist im Paddock zu hören, dass sich das Team finanziell von Rennen zu Rennen rettet, auch von offenen Gehältern ist die Rede. Ein Augenzeuge berichtet sogar, das Team habe mehr als 30 Motorräder von MV Agusta erhalten, um diese zu verkaufen und so die Teamkasse aufzubessern.
Wie wir heute wissen, war dies ebenso ein Hirngespinst wie das Gerede von einem Start in der MotoGP-WM 2017 oder 2018 und die Lieferung der Moto2-Einheitsmotoren in der Weltmeisterschaft ab 2019.
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