Nach der Demo in München gab es Kritik an Versammlungsleiterin Lisa Poettinger. Nun reagiert sie auf die Vorwürfe. Die Parteien bemühen sich um gemeinsame Aktionen.
Nach der Demo in München gab es Kritik an Versammlungsleiterin Lisa Poettinger. Nun reagiert sie auf die Vorwürfe. Die Parteien bemühen sich um gemeinsame Aktionen.haben die Münchner am Sonntag gesetzt.
Mehr als 100.000 Menschen protestierten in der Stadt gegen den erstarkten Rechtsextremismus. Doch die erste Freude über die unerwarteten Menschenmassen ist getrübt. In der Kritik steht vor allem Versammlungsleiterin Lisa Poettinger. Sie hatte auf der Plattform X unter anderem erklärt, das Fernbleiben von Freie-Wähler-Chefsei die beste Werbung für die Demo und die Frage aufgeworfen, ob sich CSU-Politiker überhaupt an dem Protest beteiligen sollten. „Als Versammlungsleiterin kann ich sagen, dass ich gar keinen Bock auf Rechte jeglicher Couleur habe“, schrieb die 27-Jährige. Aussagen wie diese lösten Irritationen aus, auch während der Veranstaltung in, der sich trotz der Misstöne mit der Großdemo solidarisiert hatte, kann sich vorstellen, dass alle demokratischen Parteien zusammen etwas auf die Beine stellen. Der bayerische Ministerpräsident nannte es eine gute Idee, „wenn in München beispielsweiseund anderen sagen würden: Wir machen eine gemeinsame Veranstaltung“. Oberbürgermeister Dieter Reiter kündigte an, alle möglichen Gruppierungen ins Rathaus einzuladen, um"das große zivilgesellschaftliche Engagement weiterzutragen". Auch andere Parteien signalisieren Bereitschaft dazu. Die Grünen-Fraktionsvorsitzende im Bayerischen Landtag, Katharina Schulze, sagte unserer Redaktion: „In den Farben getrennt, in der Sache geeint – so muss das unter Demokraten sein. AlsBayerns Digitalminister Fabian Mehring von den Freien Wählern mahnte, dass nicht aus der einen Polarisierung die nächste entstehen dürfe. Wenn der Ton stimme und eine Demonstration von einer breiten Mitte getragen werde, könne er sich aber auch einen Auftritt von Hubert Aiwanger dort vorstellen. Der Freie-Wähler-Chef. Mehring hingegen sieht darin eine echte Chance:"Es kann unserer Gesellschaft doch nichts Besseres passieren, als wenn aus der Einmal-Demo vom Wochenende eine breit getragene Bürgerbewegung der politischen Mitte wird, die gemeinsam für unsere Demokratie wirbt.“ Der Ausgangspunkt für die Demonstrationen in zig deutschen Städten war der Bericht des Recherchekollektivs Correctiv, wonach Rechtsextreme und AfD-Mitglieder über Pläne diskutiert haben, Millionen Menschen mit Migrationshintergrund aus Deutschland hinauszuschaffen. 30 bis 50 Leute hätten daraufhin die Demo in München binnen einer Woche auf die Beine gestellt, sagt Poettinger. Dass sich dort manche im Ton vergriffen und demokratische Parteien in einen Topf mit der AfD warfen, ging zwar in der großen Menge weitgehend unter, kam aber bei manchen Teilnehmern nicht gut an. Der langjährige Münchner Oberbürgermeister Christian Ude sagte in einem Interview mit der:"Ich hätte mir eine Großkundgebung gewünscht, die ganz klar gegen rechtsradikale Strömungen antritt und nicht mit derselben Vehemenz auf die Ampelregierung schimpft."Poettinger hat dafür durchaus Verständnis. „Ich kann einen Teil der Kritik an mir nachvollziehen. Aber eine Demo ist nicht dafür da, sich gegenseitig auf die Schulter zu klopfen. Die Gesellschaft ist insgesamt nach rechts gerückt und das dürfen wir nicht akzeptieren“, sagt sie. -Zeitung war über die Lehramtsstudentin ein Shitstorm hineingebrochen. „Da ist viel Hass dabei und das ist angsteinflößend“, sagt Poettinger am Telefon. Ihre Stimme klingt dennoch gefasst. Medial geht sie erst einmal auf Tauchstation. Ihren Vorwurf, Söder sei ein Rassist, hält sie aufrecht und macht das an früheren Aussagen des CSU-Chefs fest, dass in ein bayerisches Klassenzimmer ein Kruzifix gehöre und keine Kopftücher. Poettinger ist Mitglied der Linken und erhält Unterstützung von der Partei. „Es ist nicht das erste Mal, dass sich die-Zeitung zum medialen Brandbeschleuniger für rechte Hetze macht. Eine ideologisch aufgeladene Hetze wie gegen die Studentenproteste der 68er darf es nie wieder geben“, forderte Partei-Vize Lorenz Gösta Beutin. Poettinger selbst will sich der Kritik an ihr, die Einheit der etablierten Parteien gegen die AfD aufs Spiel zu setzen, stellen. Sie begrüßt es, dass sich die CSU künftig an der Organisation von Demonstrationen gegen Rechtsextremismus beteiligen will. „Ich finde das großartig, dass die CSU das tun will. Aber es darf nicht dazu führen, dass das Versagen der Partei unter den Teppich gekehrt wird“, meint sie. Bislang seien die Christsozialen keine Brandmauer gegen die AfD. An der Organisation weiterer Demos will sich die 27-Jährige vorerst nicht beteiligen. In drei Wochen hat sie Examen, dafür will sie lernen. Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an
Deutschland Neuesten Nachrichten, Deutschland Schlagzeilen
Similar News:Sie können auch ähnliche Nachrichten wie diese lesen, die wir aus anderen Nachrichtenquellen gesammelt haben.
Triage: Wer wird behandelt, wenn die Intensivbetten nicht mehr für alle Patienten reichen?Wenn Personal und Technik auf Intensivstationen knapp werden, sollen Ältere und Menschen mit Behinderungen nicht benachteiligt werden. Das sieht die Triage-Regelung vor, die seit November 2022 im Infektionsschutzgesetz steht. Der Ärzteverband Marburger Bund will das umstrittene Triage-Gesetz nun kippen, da es gegen die Grundrechte von Ärztinnen und Ärzte verstoße. 14 Notfall- und Intensivmediziner haben daher im Dezember 2023 Verfassungsbeschwerde gegen das Infektionsschutzgesetz (IfSG) des Bundes eingelegt.
Weiterlesen »
Wer ist der reichste Deutsche?Jochen Breyer recherchiert in der Welt der deutschen Superreichen und findet heraus, wer der reichste Deutsche ist.
Weiterlesen »
Traumpaar-Garantie: Diese Sternzeichen passen perfekt zusammenWer wirklich zu dir passt, hängt zwar von vielen Faktoren ab. Wenn es nach der Astrologie geht, harmonieren einige Sternzeichen jedoch besonders gut!
Weiterlesen »
Trump oder Nikki Haley: Wer tritt gegen Biden an?Bei den Vorwahlen in New Hampshire hofft die Republikanerin Nikki Haley auf einen Überraschungssieg gegen Trump, um US-Präsident Biden herauszufordern. Was man über Normierungswettbewerbe in den USA wissen sollte.
Weiterlesen »
Karte zeigt, wer die bekanntesten Menschen aus über 5.500 Jahren Geschichte sind - wer ist in eurer Heimat berühmt?Was passt besser ins Zeitalter der Aufmerksamkeitsökonomie, als ein Globus mit einigen der bekanntesten Persönlichkeiten weltweit? Ein kurioses...
Weiterlesen »




