Bali hat viele Regeln, die Touristen böse überraschen dürften. Daher ist die richtige Vorbereitung bei einer Reise unerlässlich.
Nicht alles ist intuitiv, nicht alles steht im Reiseführer – und die Konsequenzen reichen von peinlichen Momenten bis hin zu empfindlichen Strafen oder sogar Abschiebung.
Das gilt auch für eines der beliebtesten Reiseziele junger Europäer: Bali. Die beliebte indonesische Insel hat viele Regeln, die Tourist:innen böse überraschen dürften – sogar Gefängnisstrafen drohen. Daher ist die richtige Vorbereitung bei einer Reise unerlässlich. Hier findet ihr acht Regeln, die alle Bali-Besucher:innen kennen sollten – sonst wird es teuer.
Eine Regel, die besonders viel Empörung auslöste, wurde im März 2025 publik: Auf Bali dürfen menstruierende Frauen Tempel nicht betreten. Die Begründung: Nach balinesisch-hinduistischem Glauben gilt Menstruationsblut als spirituell unrein und könne das sakrale Gleichgewicht stören. Der 'Daily Mail' zufolge drohen bei Missachtung Geld- oder sogar Haftstrafen. Ob und wie diese Regel in der Praxis kontrolliert wird, bleibt unklar – Tempelwächter werden kaum danach fragen.
Aber die Richtlinie existiert offiziell und ist Teil eines breiteren Verhaltenskodex, der laut dem 'Standard' auch 'traditionelle balinesische Kleidung' beim Besuch von heiligen Tempeln vorschreibt. Seit Januar 2026 ist in Indonesien ein neues Strafgesetzbuch in Kraft – und das hat es in sich. Wie das Auswärtige Amt in seinen aktuellen Reisehinweisen für Indonesien schreibt, kann außerehelicher Geschlechtsverkehr mit bis zu einem Jahr Gefängnis bestraft werden. Unverheiratetes Zusammenwohnen steht mit bis zu sechs Monaten unter Strafe.
Klingt nach dem Ende des Bali-Urlaubs für unverheiratete Paare? Nicht ganz: Nur direkte Familienangehörige wie Ehepartner:innen, Eltern oder Kinder sollen eine Anzeige erstatten können. Hotelpersonal oder Nachbar:innen können das nicht. Die indonesische Tourismusbehörde hat mehrfach betont, dass das Gesetz nicht auf ausländische Tourist:innen abzielen soll.
Doch zumindest wer auf Bali eine Urlaubs-Affäre mit jemand Fremden starten will, sollte es sich besser zwei Mal überlegen. Nicht, dass man noch im Gefängnis landet. Das neue Strafgesetzbuch untersagt auch ausdrücklich die Beleidigung des Präsidenten, staatlicher Institutionen oder der Nationalideologie Pancasila. Das gilt auch für Ausländer:innen – und auch für Äußerungen auf Social Media.
Wer sich also in einer Story oder einem Tweet abfällig über die indonesische Politik äußert, riskiert die sofortige Abschiebung. Das klingt weit hergeholt, ist aber die Standardstrafe für Ausländer:innen, die gegen diese Regel verstoßen. Der Rat ist simpel: Politische Meinungen zu Indonesien behält man auf Bali besser für sich – online wie offline. Ein Schweizer, der sich Ende März 2026 auf Instagram abfällig über den Feiertag Nyepi äußerte, wurde etwa festgenommen und angeklagt.
Ihm sollen bis zu fünf Jahre Haft drohen. Apropos Nyepi: Einmal im Jahr – meist im März – feiert Bali das balinesische Neujahr. Und 'feiern' bedeutet hier absolute Stille. Während Nyepi ist man gesetzlich und kulturell verpflichtet, 24 Stunden lang drinnen zu bleiben.
Kein Ausgehen, kein Licht, kein Lärm. Sogar der internationale Flughafen Ngurah Rai schließt laut 'bali-visum.de' komplett – kein Flug landet, keiner startet. Wer das nicht auf dem Schirm hat und ausgerechnet an diesem Tag abreisen will , hat schlicht Pech gehabt. Eine ganze Insel mit Millionen Menschen steht still.
Indonesien hat eines der härtesten Drogengesetze weltweit. Der Besitz, Konsum oder Handel mit illegalen Substanzen kann zu langen, teils lebenslänglichen Haftstrafen führen oder gar mit der Todesstrafe enden. Sogar der Besitz von Cannabis kann zu jahrelangen Gefängnisaufenthalten führen. 2020 wurde ein Schweizer laut dem 'Blick' wegen Besitzes von 30 Gramm Marihuana zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt. Seit Juni 2019 sind auf ganz Bali Einweg-Plastiktüten, Plastik-Strohhalme und Styropor verboten.
Wie 'travel4news' berichtet, trat damals ein umfassendes Gesetz in Kraft, das sämtliche Wegwerfprodukte aus Kunststoff von der Insel verbannen soll. Für Tourist:innen heißt das konkret: eigene Trinkflasche und Stoffbeutel mitbringen. Dennoch versinken Balis Strände vielerorts trotz des Verbots besonders in der Regenzeit weiterhin im Müll – das Problem ist also nicht gelöst, aber das Gesetz gilt. Es klingt wie ein schlechter Witz: Es gibt ein explizites Verbot für Nacktheit an sakralen Orten.
Mehrmals schon hat Balis Regierung angekündigt, gegen unangemessene Kleidung bei Touris vorzugehen. 2023 wurde etwa publik, dass speziell Nacktheit an und auf heiligen Bäumen verboten ist. Eine Touristin wurde damals laut der 'Süddeutschen Zeitung' deshalb abgeschoben. Das Klettern auf heilige Bäume oder Strukturen ist ebenfalls ausdrücklich verboten. Bali versteht sich als zutiefst sakrale Insel, und die Behörden haben schlicht genug davon, dass heilige Orte zu Content-Kulissen degradiert werden.
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