Erst der Hopfen lässt das Bier schmecken. Doch Hitze und Trockenheit machen der Pflanze zu schaffen und sorgen für Ernteeinbrüche im wichtigsten
Ohne Hopfen kein Bier – doch die Pflanzen mit ihren charakteristischen Ranken und Dolden leiden unter dem Klimawandel. Durch Trockenheit und Hitze brach die Ernte in der bayerischen Hallertau, dem wichtigsten europäischen Anbaugebiet, aus dem in der Regel knapp ein Drittel der Weltproduktion stammt, vergangenes Jahr drastisch ein. Auch dieses Jahr haben die Pflanzen gelitten, wie Johann Portner vom Hopfenforschungszentrum in Hüll sagt.
Dafür werden die zu prüfenden Pflanzen bewusst auf schlechten, nicht bewässerten Flächen angebaut um zu sehen, wie gut sie sich mit Wasser versorgen. Wie effizient sie damit umgehen, testet Gresset in einem Gewächshaus. „Nicht gießen“ steht an der Tür. Dahinter stehen Hopfenreben in Pflanzkübeln. Das Wasser ist rationiert. Starke Wurzeln helfen hier nicht. Dazu kommt besonders viel Beleuchtung, die die Photosynthese antreibt.
Am Ende des mehrjährigen Auswahlprozesses bleiben nur wenige Pflanzen übrig. Und etwa alle drei Jahre kommt aus Hüll eine neue Sorte auf den Markt. Zuletzt Tango und Titan.Doch die neuen Sorten haben ein Problem: Es gibt bisher nur wenig Nachfrage nach ihnen. „Die Landwirte würden liebend gerne die neuen Sorten anbauen“, sagt Lehmair vom Hopfenpflanzerverband. „Aber die Brauer sind sehr traditionell und haben Scheu, an ihrer Rezeptur etwas zu ändern.
Die kann Klaus Kammhuber messen. Er ist am Hopfenforschungszentrum für die Analyse der Pflanzen zuständig. Hitze bremse beispielsweise die Produktion der für die bittere Note zuständige Alphasäure, sagt er. Und auch er bescheinigt den neuen Sorten Ähnlichkeiten zu den älteren.Walter König vom bayerischen Brauerbund glaubt ebenfalls, dass man die neuen Hopfensorten einbauen und den Geschmack konstant halten kann.
Am Ende braucht es nicht viel Hopfen fürs Bier. Mit einem Hektar könne man das ganze Oktoberfest versorgen, erzählt Kammhuber. Doch ohne geht es nicht. Und auch wenn Züchtung und Bewässerung der Pflanze helfen: Am besten wäre es, wenn der Klimawandel gebremst würde.
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