Öko-Lebensmittel für die Reichen und konventionell für die Ärmeren? Es dürfe keine zwei-Klassen-Ernährung aufgebaut werden, sagt Agrarwissenschaftler Thomas Döring. ⤵️
Der schwierige Spagat zwischen Umweltschutz und Ernährungssicherheit
Dennoch: Der Aufwand habe sich gelohnt. Ein Käufer konnte gefunden werden, die Tiere haben sich an das Gras gewöhnt „und es ist einfach schön zu sehen, wie glücklich sie auf der Weide sind“, sagt Petra Zens. „Die Arbeit ist aufwändiger. Aber sie macht auch mehr Spaß.“ Seit 2019 ist der Schauhof offiziell „Bio“, zertifiziert durch das Bioland-Label und damit einer von rund 2000 Öko-Betrieben in NRW. Zu wenig, wenn es nach der Politik geht.
Das bundesweite Ziel von 30 Prozent will man in NRW deshalb gar nicht erreichen und steckt sich niedrigere Ziele. 20 Prozent Öko-Landwirtschaft strebt das Land an – doch selbst das scheint höchst ambitioniert. Gelingen soll das unter anderem mittels gezielter finanzieller Förderung. So wurden im Rahmen des „NRW-Programms Ländlicher Raum“ im vergangenen Jahr rund 22 Millionen Euro an sogenannten Öko-Flächenprämien ausbezahlt.
Je mehr Landwirte allerdings umstellen, desto weniger bleibt für jeden einzelnen. Es sei denn, die Fördertöpfe würden kontinuierlich angepasst – und auch auf Bio ausgelegt. Denn das ist noch längst nicht immer so. Beispiel EU: Rund sechs Milliarden Euro an Agrarsubventionen fließen jährlich nach Deutschland. Experten kritisieren, dass davon immer noch viel zu wenig in die Bio-Landwirtschaft investiert werde.
Nachdem über die vergangenen Jahre ein zunehmender Bio-Trend zu beobachten war, sorgte die Inflation zuletzt für eine spürbare Zurückhaltung bei den Verbrauchern. Auch zuvor lag der Bio-Anteil am Lebensmittelmarkt nach Angaben des Bundes-Landwirtschaftsministeriums bei unter sieben Prozent. Umfragen zum Konsumverhalten der Verbraucher kommen oft zu einem ganz anderen Ergebnis.