Zecken übertragen Borreliose und FSME: Diese Warnzeichen sollte man kennen. Und so zuverlässig helfen Smartphones, die Blutsauger zu entdecken.
Die Artikel-URL wurde erfolgreich in Ihrer Zwischenablage gespeichert.. Sie können Krankheitserreger übertragen. Lyme-Borreliose zum Beispiel. In Berlin wurden in diesem Jahr bereits mehr als 100 Infektionen mit dem Bakterium registriert.
Im gesamten vergangenen Jahr waren es mehr als 1400. Außerdem geben Zecken ein Virus weiter, das die sogenannte Frühsommer-Meningoenzephalitis auslöst, kurz FSME. Während das Virus direkt mit dem Zeckenstich in den menschlichen Körper gelangt, spielt bei der Borreliose der Faktor Zeit eine entscheidende Rolle. Wird das infizierte Tier nachentfernt, ist das Risiko zu erkranken sehr gering, da die Bakterien erst vom Darm in die Speicheldrüse der Zecke wandern müssen.
Mit zunehmender Saugdauer nimmt das Risiko zu. Die Blutsauger können sich beim Durchstreifen von hohem Gras und Büschen an der Kleidung, der Haut oder im Fell von Haustieren festsetzen. Um sicherzugehen, dass sie nicht gestochen wurden, greifen immer mehr Menschen zum Smartphone. Viele moderne Modelle helfen dabei, Zecken zu finden.
Auf iPhones kommen etwa visuelle Suchfunktionen zum Einsatz, während viele Android-Geräte auf Bilderkennung über Dienste wie Google Lens setzen. Außerdem existieren spezialisierte Apps wie Seek by iNaturalist oder Picture Insect, die Insekten und Spinnentiere anhand von Fotos bestimmen können – darunter häufig auch Zecken. Brandbrief an Kai Wegner: Gregor Gysi fordert Rettung des Jüdischen Krankenhauses Berlin Technisch handelt es sich dabei um optische Erkennungssysteme. Die Programme vergleichen Bildmerkmale mit großen Datenbanken und versuchen, eine Übereinstimmung zu finden.
Experten weisen jedoch darauf hin, dass diese Verfahren fehleranfällig bleiben. Kleine Nymphenstadien oder schlecht beleuchtete Aufnahmen führen häufig zu falschen Ergebnissen. Fachleute empfehlen daher weiterhin, den Körper nach Aufenthalt im Grünen gründlich abzusuchen, insbesondere Kniekehlen, Achseln, Leistengegend und Haaransatz zu kontrollieren sowie Kleidung auszuschütteln. Smartphones können diese Suche ergänzen – etwa durch starke Vergrößerung oder bessere Ausleuchtung –, ersetzen aber keine sorgfältige Untersuchung.
Doch wie gefährlich sind Erkrankungen durch Zeckenstiche? Welche Symptome treten auf? Und wie kann man sich schützen?vor allem im Südosten BrandenburgsTypisches Zeichen für eine Infektion mit dem Borreliose-Erreger ist die sogenannte Wanderröte. Sie tritt in rund 90 Prozent der Fälle auf, mitunter erst Wochen später: Um die Einstichstelle bildet sich ein rötlicher Ring.
Zu den Symptomen zählen zudem Abgeschlagenheit, schmerzende Gelenke und Muskeln sowie Fieber oder Nachtschweiß und geschwollene Lymphknoten. Die meisten Infektionen verlaufen symptomlos. Bei manchen Patienten bricht die Erkrankung erst Monate oder Jahre später aus. In Einzelfällen kann die Haut an den Innenseiten der Arme und Beine, an Fingern, Zehen, aber auch an der Nase sehr dünn werden und sich bläulich verfärben.
Etwa fünf Prozent der Patienten entwickeln eine sogenannte Lyme-Arthritis: Schubweise entzünden sich Gelenke – vor allem die Knie, aber auch Sprunggelenke, Ellenbogen, Finger-, Zehen- und Handgelenke. Sehr selten sind wie Herzmuskelentzündungen oder Herzrhythmusstörungen. Treten brennende Nervenschmerzen, Lähmungen insbesondere der Gesichtsnerven oder eine Hirnhautentzündung auf, spricht man von einer Neuroborreliose. Ein Bluttest hilft, einer Borreliose-Infektion auf die Spur zu kommen, denn einige der Symptome können auch auf andere Krankheiten hindeuten.
Antikörper dienen als Hinweis, allerdings bedeutet ihr Nachweis nur, dass das Immunsystem im Lauf des Lebens bereits einmal Kontakt zu Borrelien hatte, nicht aber, ob es sich um eine akute Infektion handelt. Beim Verdacht auf eine Neuroborreliose ist eine Untersuchung des Nervenwassers angezeigt. Behandelt wird eine Borreliose klassischerweise mit Antibiotika wie Doxycyclin. Es wird oral und für gewöhnlich über einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen verabreicht.
Nicht jede Zecke trägt den Erreger in sich. Mit Borreliose sind durchschnittlich 20 Prozent der hierzulande häufigsten Zeckenart, des Gemeinen Holzbocks, infiziert. Diese Art kann vier bis sechs Jahre alt werden. In dieser Zeit kommt sie auf etwa drei Blutmahlzeiten.
Zecken halten sich oft in Laubschichten auf und warten dort darauf, dass ein potenzieller Wirt vorbeikommt. Die Tiere können nicht trinken, nehmen stattdessen verdunstendes Wasser über ihre Körperoberfläche auf, zum Beispiel Morgentau.dass Zecken ihr bevorzugtes Umfeld vorfinden . Früher wurde in den Parks der Stadt das Laub zusammengeharkt und abtransportiert. Mit steigendem ökologischem Bewusstsein aber wächst die Menge an abgestorbenem Grünzeug, das seitdem als natürlicher Dünger fungiert – und als natürliche Behausung der Zecken.
In Brandenburg wiederum werden die Nadelwälder zu Mischwäldern umgebaut, die weniger anfällig für Schädlinge sind. Auch diese vom Menschen vorangetriebene Entwicklung kommt der Zecke entgegen. Wer auf den großen Wegen einer Grünanlage bleibt, braucht sich vor einem Zeckenbiss nicht zu sorgen.
Dagegen ist der Toilettengang im Park oder Wald sehr riskant. Denn auf Zweigen und Ästen können Zecken lauern, die ihren künftigen Wirt durch Geruch und Wärme orten und in Bruchteilen von Sekunden übersetzen. Zecken bewegen sich von unten nach oben. Wenn sie sich über die Kleidung vorarbeiten müssen, erhöht das die Chance, sie rechtzeitig zu entdecken.
Geschlossene, helle Textilien werden daher empfohlen, mit langen Ärmeln sowie Hosenbeinen, die man in die Socken steckt. Nach einem Ausflug in die brandenburgische Wildbahn sollte man sich gründlich nach den Blutsaugern absuchen.
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