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Die Zenbox ist ein kleines, rundes Gerät gegen die allgegenwärtige Handysucht. Erfunden hat sie ein Tüftler aus Stuttgart, sie wird auch dort produziert und sammelt keine Daten.
Ob das funktioniert? Wer wieder an sein Handy will, muss vor die Tür, zumindest dann, wenn die Zenbox im Briefkasten untergebracht ist. Das Gerät ist ungefähr so groß wie eine Zitronenhälfte. Im Inneren steckt ein NFC-Chip; an der Unterseite befindet sich ein Magnet.
Das kleine Gadget soll seine Nutzerinnen und Nutzer von der Handysucht heilen oder sie zumindest zeitweise vom Doomscrolling auf Tiktok oder-Gerät – daran hält. In der dazugehörigen kostenlosen App legt man vorher fest, wie oft und wie lange bestimmte Apps genutzt werden dürfen. Ist das Zeitbudget aufgebraucht, lassen sie sich erst wieder öffnen, wenn man dasEntwickelt hat das Anti-Zeitfresser-Gadget der Stuttgarter Konstantin Singer. Der 37-Jährige arbeitet in der Entwicklung eines ortsansässigen Autobauers.
Als er Vater wurde, übernahm er irgendwann auch den unruhigen Schlaf seiner kleinen Tochter, und wenn er wach war, griff er nachts immer wieder zum Handy. Diesen „Schlafkiller“ wollte er abstellen, sein iPhone dafür aber nicht gleich wegschließen. Wecker und Uhrzeit fand Singer nachts weiterhin nützlich, tagsüber wollte er auch auf Telefon, Kamera und Taschenrechner nicht verzichten. Insgesamt wollte er aber weniger Zeit in sozialen Medien verbringen.
„Ich glaube, wir brauchen einen anderen Umgang mit dem Handy und mit digitalen Medien“, sagt Singer. Der zusätzliche Weg soll eine Hürde sein und „einen kurzen Moment zum Innehalten schaffen“.. Bei der Optik ließ er sich von Deckenleuchten inspirieren. Ein Freund druckte den ersten Versuch aus weißem Kunststoff mit seinem.
Seit dem ersten Prototyp hat sich das Design kaum verändert. Neu sind vor allem die Farben Schwarz und Mintgrün sowie der Punkt in der Mitte. Der zeigt an, wo das Smartphone hingehalten werden soll. Mit 1000 Euro finanzierte Singer die Entwicklung ausschließlich aus eigener Tasche.
Posts auf Linkedin undMittlerweile hat Singer nach eigenen Angaben 4000 Stück des knapp 50 Euro teuren Geräts verkauft. Alle Einnahmen stecke er in die weitere Entwicklung und ins Marketing: „Ich habe mir noch keinen einzigen Euro ausgezahlt.
“ Produziert werden die Zenboxen lokal inWie oft und wie lange die Zenbox tatsächlich genutzt wird, weiß Singer nicht genau: „Alle Daten bleiben auf dem Gerät. Es gibt kein Abo, keine Cloud und auch keinen Zwang zu einem Account.
“ Er sehe nur, welche Geräte aktiv seien. Etwa ein Viertel der verkauften Geräte sei täglich eingeloggt. Singer hält es für den richtigen Weg, die Zenbox als Einmalkauf ohne Abo anzubieten: „Ich glaube, die Leute sind Abo-müde.
“ Allerdings hätten mögliche Investoren deshalb schon abgewunken. Sie hätten sich gewünscht, die Geräte fast kostenlos abzugeben und die Nutzer anschließend in ein Abo zu bringen, um regelmäßige Umsätze zu erzielen.
„Aber für mich machen Abos nur Sinn, wenn es immer neue Inhalte gibt“, sagt Singer. BeiAls Zielgruppe für seine Zenbox sieht Singer Menschen, die einen bewussteren Umgang mit dem Handy anstreben und Digital Detox ausprobieren wollen. Dazu gehören auch Eltern, die ihren Kindern ein Vorbild sein wollen. Mit dem Gadget können sie Gespräche über die Handynutzung anstoßen.
Unternehmen kämen ebenfalls infrage: Sie könnten ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit der Zenbox ermöglichen, „nach der Arbeit auszuchecken“, so Singer.
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