Syvert Løyning, ein norwegischer Ingenieur, wird gegen seine Willensweise gezwungen, im Winter 1976 ohne Auto in der norwegischen Küstenstadt Arendal zu überleben, wo er mysteriöse Begegnungen mit Totenbeschwortern und spürbare Erfahrungen mit seiner Geliebten Asya hat. Diese kịchidie wird von philosophischen oder naturwissenschaftlichen Überlegungen, die die Rolle des Todes, der Transzendenz, des Materialismus und der Auferstehung beleuchten, unterbrochen. Während Syverts Frau und Kinder während der Handlung noch lebendig sind, bleibt seine Geliebte Asya als eine bloße Gedankenfigur. Der NDR Kultur Literaturredaktion erwartet neue Werke von Siri Hustvedt und Anja Jonuleit.
Der Ingenieur Syvert Løyning bleibt im Winter 1976 mit seinem Auto in der vereisten norwegischen Küstenstadt Arendal liegen. Nur wenige Kilometer von seinem Heimatort entfernt übernachtet er hier, während sein Auto repariert wird.
Der Ich-Erzähler kennt Arendal seit seiner Kindheit. Aber sein Zwangsaufenthalt in der klirrenden Kälte entwickelt sich nicht nur unwirtlich, sondern auch zunehmend unwirklich. Syvert hat unter funkelndem Sternenhimmel mysteriöse Begegnungen mit Totenbeschwörern und macht plötzlich übersinnliche Erfahrungen. Schmerzhafte Entscheidung: Familie oder Geliebte?
Nach und nach erfahren wir, dass Syvert verheiratet und Vater zweier Kinder ist, dass er seine ahnungslose Frau betrügt mit Asya, einer Ärztin in Russland, wohin es ihn manchmal beruflich verschlägt. Der unfreiwillige Aufenthalt in der vereisten Küstenstadt Arendal zwingt ihn, sich der lange verdrängten Frage zu stellen: Soll er bei seiner Familie bleiben oder zu seiner großen Liebe Asya nach Russland gehen?
Während wir Syverts Frau und Kinder im Verlauf der Handlung noch live erleben, tritt Asya nur in seinen Gedanken auf, wodurch ihre Figur etwas blutleer bleibt. Zumal die von Syvert erinnerten Dialoge des Liebespaares manchmal wie das gegenseitige Vorlesen von Glückskekssprüchen wirken. Auf diese Bücher freut sich die NDR Kultur Literaturredaktion: Neues gibt es etwa von Siri Hustvedt und Anja Jonuleit. Eine Vorschau.
Ganz in Knausgård'scher Manier wird die Handlung immer wieder mit philosophischen oder naturwissenschaftlichen Betrachtungen unterbrochen, hinterfragt und ergänzt. Die theoretischen Diskurse, mit denen Knausgård seine Leser und Leserinnen ziemlich fordert, kreisen um die ganz großen Themen Tod und Transzendenz, Materialismus und Auferstehung, Liebe und Loyalität.
Außerdem geht es um Gesetze der Thermodynamik und ganz besonders um das Phänomen der Zeit. Eine seltsame, aber unleugbare Tatsache war, dass wir alles, was passierte, sahen, nachdem es sich abgespielt hatte. Das heißt, unsere Sinne nahmen es in Realzeit wahr, aber bis die Ereignisse das Bewusstsein erreichten, wurden sie eingesammelt, in Zusammenhänge eingeordnet und außerhalb des Bewusstseins gedeutet, wodurch das Bild, das dem Bewusstsein präsentiert wurde und das wir im Augenblick erlebten, eigentlich Vergangenheit war.
Die Verschiebung war nicht groß, ungefähr eine halbe Sekunde, aber die Konsequenzen waren es, zumindest philosophisch betrachtet. Durch die Verzögerung lebten wir in der eigentlichen Vergangenheit und die eigentliche Gegenwart war für uns Zukunft. Was die Zeit noch für die Romanfigur Syvert Løyning bringen wird, wissen alle, die mit den vorangegangenen Bänden des Romanprojekts bereits vertraut sind, weil sie nämlich in Band zwei Syverts gleichnamigen Sohn als erwachsenen Mann ausführlich kennengelernt haben.
Trotzdem ist"Arendal" ein in sich geschlossener Roman, der auch ohne Vorwissen funktioniert. Wer Knausgårds detaillierten und hintersinnigen Beobachtungen unserer komplizierten und mysteriösen Welt folgen kann und will, den erwartet so oder so ein anregendes Leseerlebnis. Bei DAS! Rote Sofa hat die Autorin über ihren neuen Krimi gesprochen - und darüber, was sie an einigen Sylt-Gästen nervt.
Heike Geißler erzählt sonst mit Witz und Schwermut von täglichen Überforderungen. In ihrem neuen Roman geht sie einen Schritt weiter. Mehr als 600 Menschen hat Luigi Toscano für sein Erinnerungsprojekt bereits porträtiert. In Hamburg spürte er auch der jüdischen Geschichte nach.
"Arendal": Knausgårds Roman über Liebe, Schuld und zweite Chanceneat. READ.sleep. Bücher für dichAuf diese Bücher freut sich die NDR Kultur Literaturredaktion: Neues gibt es etwa von Siri Hustvedt und Anja Jonuleit. Eine Vorschau.
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