Die Omikron-Welle bringt jeden Tag neue Höchststände an Neuinfektionen. Am Montag beraten Bund und Länder über die aktuelle Corona-Lage.
-Gipfel, um über die aktuelle Lage zu beraten. Eine Videokonferenz mit Bundeskanzler Olaf Scholz ist für 14.00 Uhr geplant. Die am Sonntag veröffentlichte Beschlussvorlage deutet an, dass mit Lockerungen zunächst nicht zu rechnen sein dürfteIndes sagte der WHO-Chef am Montag, dass die Akutphase der Corona-Pandemie noch in diesem Jahr beendet werden könneTedros Adhanom Ghebreyesus, der Chef der Weltgesundheitsorganisation WHO, ist der Meinung, dass dienoch in diesem Jahr beendet werden könne.
Dazu sei allerdings ein „internationaler Kraftakt“ nötig. „Wir können Covid-19 als globale Notfallsituation beenden, und wir können es in diesem Jahr tun“, so Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag bei einer Sitzung des WHO-Exekutivrates in Genf, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtete. Das Schließen der Impflücke und die Ausweitung von Tests sieht der WHO-Chef als notwendige Maßnahmen, um dieses Ziel zu erreichen. Auf dem afrikanischen Kontinent hätten 85 Prozent der Menschen noch keine Impfung erhalten, erinnerte Ghebreyesus. Er hatte jedoch auch gute Nachrichten im Gepäck: Der Impfstoff-Mangel sei überwunden, so der WHO-Chef. Die logistische Herausforderung bestehe jetzt darin, die Dosen in alle Länder zu bringen und dort zu verabreichen. Trotzdem warnte Ghebreyesus vor voreiligem Optimismus: „Es wäre gefährlich anzunehmen, dass Omikron die letzte Variante war und dass wir schon in der Endphase sind.“ Nur wenn in den kommenden Monaten 70 Prozent der Bevölkerung in jedem Land geimpft werden, könne das Virus besiegt werden, so der WHO-Chef weiter. Er forderte außerdem eine Verbesserung der Behandlungsmöglichkeiten, um so die Sterblichkeit zu reduzieren. 63.393 Neuinfektionen innerhalb eines Tages, die Sieben-Tage-Inzidenz je 100.000 Einwohner kletterte damit auf 840,3. Zum ersten Mal seit Mitte Dezember stieg auch die Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen wieder: Am Sonntag waren es in Deutschland 2426 Corona-Intensivpatienten und damit 28 Menschen mehr. Am Montag beraten Bund und Länder auf dem Corona-Gipfel über die Lage – auch Rufe nach Lockerungen werden laut.Experten erwarten den Höhepunkt der Fallzahlen in der Omikron-Welle Mitte Februar. Das bestätigte auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach in der ZDF-Sendung „Berlin direkt“. Die Höchststände könnten dann bei täglich mehreren Hunderttausend Neuinfizierten liegen. Angesichts dessen hatte der Expertenrat der Bundesregierung geraten, die bestehenden Maßnahmen beizubehalten und gleichzeitig vorsorglich weitere Schritte vorzubereiten, für den Fall, dass kritische Marken etwa bei der Hospitalisierungsinzidenz überschritten werden. Der Deutschen Presse-Agentur lag bereits am Sonntag eine Beschlussvorlage der Beratungen vor. Daraus geht hervor, dass zunächst keine Verschärfungen, aber auch keine Lockerungen vorgesehen sind. Demnach seien sich Bund und Länder „einig, dass die bisher geltenden Regeln weiterhin Bestand haben“. Allerdings ist von der vorsorglichen Vorbereitung weiterer Schritte wie vom Expertenrat empfohlen bislang nichts zu lesen. Die Beschlussvorlage dient allerdings lediglich als Diskussionsgrundlage, die eigentlichen Beschlüsse des Corona-Gipfels können davon abweichen. Derzeit ist der Regierungschef von Nordrhein-Westfalen, Hendrik Wüst , Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz. „Die Kernaussage ist jetzt: Keine Lockerungen!“, so Wüst gegenüber RTL und ntv.Keine Verschärfung der aktuellen Regelungen, aber auch keine Lockerungen. Wenn keine Überlastung der kritischen Infrastruktur mehr droht, soll es zu einer Lockerung der Beschränkungen kommen, zunächst etwa bei Großveranstaltungen im Freien. PCR-Tests werden knapp. Daher sollen diese vor allem für Risikogruppen und ihre Betreuer eingesetzt werden. Eine Verkürzung der Quarantäne-Regeln ist auch für Klinik- und Pflegepersonal vorgesehen. Diese sollen sich nach sieben Tagen per zertifiziertem Antigentest freitesten können, sofern sie seit 48 Stunden symptomfrei sind. Ansonsten bleibt es bei zehn Tagen. Auch Kontaktpersonen können die Quarantäne nach sieben Tagen mit einem negativen Test beenden. Wer frisch geimpft und geboostert oder frisch genesen ist, muss als Kontaktperson nicht in Quarantäne.Hintergrund: Gerichte kippen 2G-Regeln in manchen Bundesländern, Politiker fordern Lockerungen Gerichte in einigen Bundesländern haben bereits bestehende Vorgaben gekippt, etwa zuletzt die 2G-Regel im Einzelhandel im Saarland, in Bayern und in Niedersachsen. Die Regel gewährte nur doppelt Geimpften und Genesenen Zutritt. Bekleidungsgeschäfte in Bayern dienen genauso wie Blumenläden oder Buchhandlungen der „Deckung des täglichen Bedarfs“ und unterliegen somit nicht der 2G-Regel. Das entschied beispielsweise der Bayerische Verwaltungsgerichtshof am 29. Dezember. Da die Omikron-Variante ersten Erkenntnissen zufolge mildere Verläufe nach sich zieht als Delta und damit weniger gefährlich sein könnte, fordern manche Politiker bereits Lockerungen. CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt erwarte von der Runde eine kluge Strategie, um sich „Stück für Stück aus der Pandemie herauszubewegen“, so der Politiker gegenüber der Zeitung. „Dabei gilt es, Ermüdungseffekte in der Gesellschaft zu erkennen und aufzunehmen“, so Dobrindt weiter. Christof Rasche, der FDP-Landtagsfraktionschef von Nordrhein-Westfalen, verlangte Lockerungen bei Großveranstaltungen sowie die Abschaffung der 2G-Regelung im Einzelhandel und 2G plus in Restaurants. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte indes schonBundesjustizminister Marco Buschmann sagte, wenn der Höhepunkt überschritten sei und die Zahlen auch in den Krankenhäusern zurückgingen, müssten die Maßnahmen gelockert werden. „Das sei selbstverständlich“, ergänzte er in der ARD-Sendung „Anne Will“. Auch der als Mahner bekannte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach sieht das ähnlich: „Wenn wir das hinter uns haben, dann kann es bei den Einschränkungen natürlich nicht bleiben. Und dann würde man Schritt für Schritt wieder Öffnungen machen. Das jetzt schon ins Auge zu fassen, ist richtig“, so Lauterbach. „Bund und Länder werden Öffnungsperspektiven entwickeln für den Moment, zu dem eine Überlastung des Gesundheitssystems ausgeschlossen werden kann“, heißt es dazu in der Beschlussvorlage.
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