Sie ziehen durch die Winternacht oder fliegen sogar mit dem Kanu: Wie die Sagen von der Wilden Jagd sich in verschiedenen Ländern entwickelten.
Der Wind pfeift, die Pferde schnauben, die Hunde bellen. Lärmend, ächzend, unter ohrenbetäubendem Geheule und Gejohle zieht eine sonderbare Heerschar ihre Spur über den winterlichen Nachthimmel. Es ist das"Wilde Heer" oder auch die"Wilde Jagd" aus der gleichnamigen Sage.
über den von Mythen umrankten Geisterzug, dort unter dem Eintrag"Wütendes Heer" geführt. Der Name erinnert an den germanischen Göttervater Odin oder Wotan, vermutlich geht auf ihn das Adjektiv wütend zurück. Aber was hat es mit der viel rezipierten Sage tatsächlich auf sich?von einer Gruppe übernatürlicher Jäger erzählt man sich schon lange in Europa, von Skandinavien über Italien und Frankreich bis hin nach England - ob als"Odins Jagd","Fahrt nach Asgard" oder als"Wild Hunt". Über den gesamten Kontinent hat sich die Geschichte in zahlreiche regionale Ausprägungen verästelt, die sich zum Teil aber stark voneinander unterscheiden. So umweht die"Wilde Jagd" ein Schleier des Rätselhaften, es gibt keine einheitliche Interpretation.Der Kern der Sage: Die Seelen der Toten jagen als Geisterheer über den Himmel, besonders in den zwölf Raunächten, also der Zeit zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag, wenn das Geisterreich offen steht. Wer der Anführer des Geisterzuges ist, unterscheidet sich je nach Überlieferung. Ursprünglich führte Wotan das Heer an, mit dem aufkommenden Christentum passte diese Version jedoch weniger gut. Jedenfalls warnt der Anführer, sei es Hassjäger oder Schimmelreiter, die Menschen mit eindringlichen Rufen vor drohender Gefahr. Dem Heer gehören meist auch Tiere an, vor allem Pferde und Hunde. In manchen Varianten ist Frau Holle ein Teil der"Wilden Jagd". Welche Route dieser seltsame Haufen wählt, ist ebenso wenig klar wie das eigentliche Ziel der Jagd. Denn so bedrohlich der Zug wirkt, grundböse oder von Menschenhass getrieben ist er nicht. Trotzdem sollten sich Unbeteiligte in Acht nehmen, es drohen Krankheiten, Katastrophen, Unheil und Tod. Manchmal, so wird erzählt, schwellen Zeugen der Himmelsschar die Köpfe an, wenn sie nicht gleich mitgerissen werden, verdammt zum Umherziehen mit der"Wilden Jagd". Nie sollte man die Jäger provozieren. Vielmehr ist es empfehlenswert, sich angesichts des Heeres niederzuwerfen. Obwohl das Heer auch vermeintlich liebliche Musik mit sich bringen kann, die durchaus als positives Omen zu deuten ist. Ein besonders beliebtes Opfer der"Jagd" ist der einsame, nächtliche Wanderer. Woher kommt die Furcht vor den geheimnisvollen Jägern? Naheliegend scheint die Erklärung, dass die mysteriösen Luftstimmen, die Geräusche des wilden Heeres vom Geschrei der Vögel oder dem Tosen des Windes abgeleitet werden können. Ebenso leuchtet ein, dass die Ängste vor den winterlichen Stürmen der dunklen Jahreszeit in dieser Geschichte personifiziert werden.
Deutschland Neuesten Nachrichten, Deutschland Schlagzeilen
Similar News:Sie können auch ähnliche Nachrichten wie diese lesen, die wir aus anderen Nachrichtenquellen gesammelt haben.
Liebe im Alter: Diese Paare sind seit Jahrzehnten zusammen glücklich - WELTFür sein neues Buch hat der amerikanische Streetstyle-Fotograf Ari Seth Cohen alte Paare in Szene gesetzt und sie zu ihrer Beziehung befragt. Entstanden sind Bilder und Geschichten fürs Herz.
Weiterlesen »
T-Shirts mit Aufdruck: Kann man das falsche T-Shirt tragen?Das lustige 'Shut up, I'm Irish!'-Shirt eignet sich nicht unbedingt für einen Besuch in einem Liverpooler Pub.
Weiterlesen »
Equal-Pay-Day: Lassen Sie sich so gut bezahlen, wie sie es verdienen!Das Ziel ist die gleiche Bezahlung von Frauen. Denn im Schnitt ein Fünftel weniger Lohn, nur weil man weiblich ist, muss sich niemand gefallen lassen.
Weiterlesen »
Fuji: Komm, wir jagen einen BergIm Kino hat sich unsere Autorin in den Fuji verliebt und ihn jahrelang auf Bildern angeschaut – nun will sie ihn endlich in echt sehen.
Weiterlesen »
Equal-Pay-Day: Lassen Sie sich so gut bezahlen, wie sie es verdienen!BILD hat Martin Wehrle, Gehaltscoach und Bestseller-Autor, gefragt, wie Frauen lernen können, besser zu verhandeln und welche Fehler sie oft machen. BILD: „Sind Frauen zu genügsam?“Martin Wehrle: „Ja, das liegt ihnen geradezu in den Erbanlagen. Ich nenne es das Bescheidenheits-Gen. Außerdem wollen Frauen ihrem Chef oft „keine Schwierigkeiten machen“, was der Wunsch nach mehr Gehalt in ihren Augen ja ist...' *** BILDplus Inhalt ***
Weiterlesen »
Kathy Kelly: 26 Kilo weniger! Das ist ihr AbnehmgeheimnisAlles neu bei Kathy Kelly (53). Nicht nur, dass das drittälteste Kind der legendären Kelly Family demnächst sein neues Album „Wer lacht überlebt“ (ihr erstes auf Deutsch!) veröffentlicht und damit solo die Welt erobern will – auch optisch präsentiert sich die 53-Jährige in ganz neuem Licht!26 Kilogramm hat sie im vergangenen Jahr abgenommen – harte Arbeit, wie sie selbst zugibt. Erfahren Sie mit BILDplus, wie sie das geschafft hat, warum sie in ihren Liedern mit ihrem Leben Frieden schließt und wieso ihre erste Liebe in die Brüche ging. *** BILDplus Inhalt ***
Weiterlesen »
Russland-Ermittlungen: 'Lassen Sie die Leute den Bericht sehen, wenn sie es wollen'Seinen Abschlussbericht wird Russland-Ermittler Mueller voraussichtlich bald US-Justizminister Bill Barr übergeben. Dieser ist nicht verpflichtet, ihn zu veröffentlichen. Trump
Weiterlesen »
GNTM: Enisa verließ die Topmodel-Show freiwillig: Bereust du deinen Ausstieg?Riesen-Geheule! Panikattacke! Was war bloß mit der coolen Influencerin Enisa (24) los? In einem Tränenmeer verließ sie freiwillig „Germany’s Next Topmodel“. Der Produktionsleiter musste im Eiltempo in die Model-Villa rasen, weil sich die Mädchen irre Sorgen um die nicht zu beruhigende Enisa gemacht hatten.Warum erlitt sie denn nun eine Panikattacke, was hat sie zu Hause als erstes gemacht, wie fühlt sie sich nach dem Ausstieg und bereut sie ihn heute? BILD fragte bei Enisa nach. *** BILDplus Inhalt ***
Weiterlesen »
