Das Länderspieljahr 2023 ist vorbei. Damit steht nun (fast) endgültig fest, wer bei der EM im nächsten Jahr mitspielen darf. Ein Überblick über die qualifzierten Teams.
Die spanische Nationalmannschaft hat ihrem Spitznamen alle Ehre gemacht und ist furios durch die EM-Qualifikation gebraust. Einzig die Schotten konnten den Iberern ein Bein stellen, nichtsdestotrotz stehen für die Selección von Luis de la Fuente sieben Siege aus acht Spielen zu Buche.
Schottland? More like Schock-Land! Denn die Mannschaft aus dem Norden Großbritanniens hat sich ziemlich überraschend souverän zur EM-Hauptrunde gespielt. Unter anderem mit Ausrufezeichen wie dem 2:0‑Sieg gegen die klar favorisierten Spanier. Die Schotten sind erst zum vierten Mal bei einer Europameisterschaft dabei.Keine Überraschung an dieser Stelle: Der WM-Finalist von 2022 hat sich auch für die EM in Deutschland qualifiziert. Ganz nebenbei stellte die Équipe Tricolore beim 14:0 gegen Gibraltar den Rekord für den höchsten Sieg der eigenen Länderspiel- sowie der EM-Quali-Geschichte auf. Gute Nachricht für San Marino, die waren bisher auf der unrühmlichen Seite der letzteren Bestmarke nach einer 0:13-Niederlage gegen die DFB-Elf im Jahr 2006.Die einzigen beiden Niederlagen der Elftal in dieser EM-Qualifikation rühren von den Spielen gegen die französische Nationalmannschaft her. Dennoch waren die restlichen Siege gegen teilweise deutlich schwächer eingeschätzte Teams alles andere als sicher. In der zweiten Partie gegen Griechenland war ein Elfmeter in der Nachspielzeit nötig, um sich zum 1:0‑Sieg zu zittern. Jetzt heißt es aber erst mal Ruhe bewahren, die Niederlande ist qualifiziert.Ebenfalls ungefährdet ist die EM-Reise Englands. Bis auf zwei kleine Stolperer gegen die Ukraine und Nordmazedonien blicken die Three Lions unbeschadet und mit breiter Brust in Richtung Turnier.Ein nicht seltenes Bild in den letzten Jahren und Jahrzehnten: Der Titelverteidiger strauchelt. In der Regel passiert das erst beim Turnier und nicht schon während der Qualifikation. Der Europameister von 2021 aber musste bis zum letzten Spiel gegen die Ukraine um das EM-Ticket bangen. Eine 0:0‑Zitterpartie reichte den Italienern schlussendlich für die Reise nach Deutschland.Nicht nur Stimmung machen, sondern auch Kicken kann die Türkei. Was die DFB-Elf in Berlin schmerzlich erfahren musste, war den Gruppengegnern der Truppe von Vincenzo Montella schon länger bekannt. Fünf Siege garantieren die dritte EM-Teilnahme hintereinander.Kroatien hat sich am letzten Spieltag der Qualifikation noch das EM-Ticket sichern können. Im nächsten Jahr wartet also das grob geschätzt 27. Turnier für Kapitän Luka Modrić. Nach den starken Leistungen der Kroaten bei den letzten beiden Weltmeisterschaften könnten sie auch auf dem europäischen Parkett einen Titel anvisieren.In Albanien ist alles beim Alten“, sang Rainald Grebe über das Land vom Balkan. Dass das Quatsch ist, zeigt die albanische Nationalmannschaft. Die setzte sich nämlich ziemlich überraschend gegen Tschechien und Polen in der Qualifikation durch und reist als Gruppenerster zum Turnier nach Deutschland. Die erst zweite EM-Teilnahme Albaniens ist nun wirklich kein alter Hut.Die tschechische Mannschaft ist nur knapp am ersten Platz in der Qualigruppe E vorbeigeschlittert. Trotz Punktgleichheit ist die Mannschaft um die Bundesligaspieler Jiří Pavlenka, Adam Hložek und Tomáš Čvančara wegen des verlorenen direkten Vergleichs hinter Albanien gelandet. Das dürfte ihnen aber herzlich egal sein, bei der EM sind sie trotzdem dabei.Auch die belgischen Red Devils haben es problemlos geschafft, das EM-Ticket zu buchen. Ohne eine einzige Niederlage gehen sie aus dieser Qualifikationsphase heraus. Wieder einmal könnte Domenico Tedescos Mannschaft als Favorit auf den Titel gelten.So gewöhnlich das Abschneiden des Österreicher Gruppenkonkurrenten Belgien ist, so überraschend ist die Leistung der ÖFB-Elf. Nur gegen die Red Devils ließ die Truppe von Ralf Rangnick Punkte liegen und zeigte selbst in diesen Partien ihr Potenzial. Dass die Österreicher bei der EM nicht unterschätzt werden sollten, dürfte auch die DFB-Mannschaft nach dem desaströsen Auftritt in Wien verstanden haben.Ungarn qualifiziert sich als Tabellenerster für die EM — und das auch dank des Mannes mit der Kapitänsbinde. Der erst 23 Jahre alte Dominik Szoboszlai war der herausragende Spieler der Quali-Runde und sammelte acht Scorerpunkte in acht Partien. Und: Die fantastische Schusstechnik wandte er nicht nur auf dem Platz an,Die serbische Mannschaft um Rekordtorschütze Aleksandar Mitrović hat sich zum ersten Mal für eine EM-Endrunde qualifiziert. An den letzten beiden Weltmeisterschaften haben die Serben zwar teilgenommen, ein europäisches Turnier aber haben sie noch nie bestritten — bis jetzt.Danish Dynamite ist auch bei der EM in Deutschland wieder bereit, an den Erfolg des Halbfinaleinzugs beim letzten Turnier 2021 anzuknüpfen. Genug Zündstoff für bombastische Leistungen haben sie augenscheinlich.Slowenien wird zum ersten Mal seit 24 Jahren wieder an einer EM-Endrunde teilnehmen. Nachdem sie die Qualifikation punktgleich mit Dänemark abgeschlossen haben, dürften sie sich sogar leise Hoffnungen auf die K.O‑Runde machen.Puscas und Hagi haben sich für die EM qualifiziert. In grauer Fußball-Vorzeit sicherlich kein ungewöhnlicher Satz. Allerdings handelt es sich bei diesem Bild nicht um ihre Namensvetter und Weltklassespieler Ferenc und Georghe, sondern um die rumänischen Profis George Puscas und Georghe Hagis Sohn Ianis. Rumänien hat sich, sogar vor der nominell stärkeren Schweiz, in Gruppe I als Erster durchsetzen können.Xherdan Shaqiri sieht fast etwas fragend aus. Fragend, warum die Eidgenossen nur vier ihrer zehn Quali-Spiele gewinnen konnten. Fragend, warum dieser stark besetzte Kader nicht einmal gegen Fußballzwerge wie den Kosovo gewinnen kann. Ob das nur eine Momentaufnahme ist, wird sich spätestens beim Turnier im nächsten Jahr zeigen. Dafür hat sich die Schweiz nämlich trotz allem qualifiziert.Zehn Spiele, zehn Siege, 36 Tore geschossen, nur zwei kassiert: Damit ist eigentlich alles gesagt. Die Portugiesen gehen als klarer Titelaspirant in die EM in Deutschland.Die Slowakei hat sich hinter Portugal für die EM qualifiziert. Der deutsche Achtelfinalgegner von 2016 darf sicher nicht unterschätzt werden, mit Milan Škriniar oder Stanislav Lobotka haben die Slowaken durchaus starke Spieler in ihren Reihen.Von den Playoffs um die verbleibenden drei EM-Tickets haben die meisten sicher schon gehört. Verstanden hat den Modus allerdings kaum jemand. Mag daran liegen, dass dafür mindestens ein abgeschlossener Master-Studiengang in komplizierter Auslosologie vonnöten ist. Wir wagen trotzdem den Versuch, zwischen den benötigten Ranglisten und Lostöpfen den Überblick zu behalten. Für jedes der drei Tickets gibt es ein Turnier, je eines für die Nations-League-Ligen A, B und C. Die Turniere werden in Halbfinal- und Finalpartien ausgespielt. Aus jeder Liga sind die Gruppenersten der vier Gruppen gesetzt. Sollten diese schon qualifiziert sein, rückt die beste Mannschaft aus der Liga-Rangliste nach. Zum Glück muss seit gestern nicht mehr gerätselt werden, wer nun in den Playoffs dabei ist. Hier die Teams, die um die drei Tickets mitspielen.Halbfinale 2: Wales – Finnland/Ukraine/Island „Alle woll'n meinen Schwanz“
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