Die Vereinigten Arabischen Emirate sind Gastgeber der nächsten UN-Klimakonferenz. Jetzt haben sie bekannt gegeben, wer den Vorsitz führen soll: der Chef des staatlichen Erdöl-Konzerns.
Sultan Ahmed Al Jaber hat Großes vor in diesem Winter."Dies wird ein entscheidendes Jahr in einem entscheidenden Jahrzehnt für den Klimaschutz sein", sagt er. Und in diesem entscheidenden Jahr wird der Sultan an einer entscheidenden Stelle sitzen: Er wird der Präsident der nächstender Vereinten Nationen, die Ende des Jahres in den Vereinigten Arabischen Emiraten stattfindet, in Dubai.
Die Sache hat nur einen Schönheitsfehler: Der Mann, der die Welt auf Kurs Klimaschutz trimmen soll, ist nicht irgendwer. Er ist ausgerechnet Chef des staatlichen Erdölkonzerns Adnoc, derNational Oil Company. Erstmals in der Geschichte der internationalen Klimapolitik, so jubelt die staatliche Nachrichtenagentur WAM, werde damit ein Konzernchef zum Präsidenten einer Klimakonferenz, einer"COP". Nebenbei ist Al Jaber auch noch Industrieminister.
Die Präsidentschaft hat entscheidenden Einfluss auf den Erfolg oder Misserfolg eines Klimagipfels. Sie kann den Fortschritt antreiben, oder wie im vorigen Jahr in Ägypten, schleifen lassen. Sie kann mehr oder weniger ehrgeizige Kompromisstexte vorlegen. Sie kann Vorreiter oder auch Bremser mit wichtigen Gesprächen betrauen.
Die Emirate wollten, so sagt Al Jaber,"einen pragmatischen, realistischen und lösungsorientieren Ansatz verfolgen". Was pragmatisch und realistisch genau heißt, wird sich erst zeigen. Immerhin hat Al Jaber nicht nur Erdöl im Blut. In den vergangenen Jahren hat er sich auch für den Ausbau erneuerbarer Energien in den Emiraten stark gemacht, etwa in der grünen Vorzeigestadt Masdar.
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