Zwei neue Erdbeben haben die türkisch-syrische Grenzregion erschüttert. Wieder ist die Provinz Hatay stark betroffen. In Syrien seien Menschen aus Panik aus Häusern gesprungen, berichten Hilfsorganisationen.
Die türkische Katastrophenschutzbehörde Afad sprach sogar von zwei Beben der Stärke 6,4 und 5,8 in Hatay. Sie berichtete außerdem von mehreren Nachbeben. Nach jüngsten Angaben des türkischen Innenministers Süleyman Soylu kamen in seinem Land mindestens drei Menschen ums Leben, fast 300 seien verletzt worden.
Im benachbarten Syrien soll es mindestens fünf Tote und etwa 470 Verletzte geben. Diese Zahlen stammen nicht von offizieller Seite, sondern von der oppositionsnahen syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, die ihren Sitz in London hat. Sie stützt ihre Angaben auf örtliche Informanten. In den Städten Aleppo, Tartus und Hama seien Anwohner in Panik geraten und etwa aus ihren Häusern gesprungen. Der Chef der Rettungsorganisation Weißhelme, Raed al-Saleh, meldete 150 Verletzte für die syrischen Regionen, die von Rebellen gehalten werden. Nach Angaben der Hilfsorganisation SAMS stürzten in mehreren Orten nahe Aleppo Häuser ein.In der türkischen Stadt Antakya fuhren Krankenwagen in einen Bereich nahe der Innenstadt, der vom Beben besonders betroffen war. Rettungsteams waren in der Stadt unterwegs. Einwohner strömten auf die Straßen rund um den zentralen Park und setzten mit ihren Handys Notrufe ab. In den sozialen Medien wurden Videos veröffentlicht, in denen Menschen im Flughafen Antakyas in Panik in Deckung gingen, als das Beben das Gebäude erschütterte. Aus einigen Orten wurden Stromausfälle gemeldet.Das Beben war laut Medienberichten auch in Israel, im Irak und im Libanon zu spüren. In mehreren Orten nahe der syrischen Stadt Aleppo seien erneut Häuser eingestürzt, sagte eine Sprecherin der Hilfsorganisation SAMS. Darunter sei auch die Kleinstadt Dschindiris, die schon vor zwei Wochen stark von den Beben getroffen wurde. Am 6. Februar hatte frühmorgens ein Beben der Stärke 7,7 die Südosttürkei und den Norden Syriens erschüttert, Stunden später folgte ein zweites schweres Beben der Stärke 7,6. Das Epizentrum lag in beiden Fällen in der südtürkischen Provinz Kahramanmaras. Mehr als 47.000 Menschen starben, davon mehr als 41.000 in der Türkei. Seit den Beben kehrten viele Anwohner in der Region - soweit die Gebäude noch bewohnbar waren - nur zögerlich in ihre Häuser zurück. Viele übernachteten in Zelten unter freiem Himmel oder in Autos aus der Sorge vor Nachbeben.An diesem Dienstag wollen Bundesaußenministerin Annalena Baerbock und Bundesinnenministerin Nancy Faeser gemeinsam in die Türkei reisen. Geplant sind Begegnungen mitund mit Vertretern deutscher Hilfsorganisationen. Zudem soll es Gespräche über das Visumverfahren für Menschen aus der Katastrophenregion geben, die Angehörige in Deutschland haben. Vor ihrem Abflug sagte Außenministerin Baerbock, sie und Faeser wollten sich einen Eindruck von der Lage vor Ort verschaffen und den Betroffenen"bestmöglich helfen" und"dazu beitragen, den Menschen wieder eine Perspektive zu geben".
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