Sportarten im Klischee-Check: Welche Rolle Einkommen und Geschlecht im Sport spielen

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Sportarten im Klischee-Check: Welche Rolle Einkommen und Geschlecht im Sport spielen
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Tennis gilt als ein Reichensport, Reiten als ein Frauensport und Fußball nach wie vor als ein Männersport. Was ist dran an den Klischees rund um Sportarten?

Tennis gilt als ein Reichensport , Reiten als ein Frauensport und Fußball nach wie vor als ein Männersport . Was ist dran an den Klischees rund um Sportarten? Tennis hat den Ruf, eine Sportart für Reiche zu sein.

Ein Gegenbeispiel ist Olympiasieger Novak Djokovic, der aus einfachen Verhältnissen kommt.„Tennis ist ein Sport für reiche Leute und sie können es nicht akzeptieren, dass jemand aus dem armen und kleinen Serbien der beste Tennisspieler wurde“, soll der Vater vongesagt haben. Das Klischee vom Reichensport Tennis hält sich hartnäckig, erklären lässt es sich historisch: Lange wurde Tennis vor allem von den Reichen und Adligen gespielt.Und heute? „Ich glaube, beim Tennis hat man in den letzten Jahren festgestellt, dass es wesentlich volksnaher geworden ist“, lautet die Einschätzung von Frank-Michael Rall, dem Sprecher des Landessportbundes NRW. „Auf die grundsätzlichen Aufnahmegebühren, die vor zehn oder 20 Jahren noch gang und gäbe waren, verzichten mittlerweile sehr viele Vereine und begrüßen jede normale Anmeldung.“Auch der Deutsche Tennis-Bund lehnt den Ruf des Reichensports klar ab: „Das ist ein Klischee, das nach unserer Einschätzung die heutige Realität nicht beschreibt“, betont Sprecher Benjamin Reister. „Wir sind andersherum eher der Meinung, dass der Tennissport in Deutschland Menschen verbindet – unabhängig von Herkunft, sozialem Status, Kultur, Geschlecht oder Sprache.“Zu den Kosten äußert sich der DTB so: „Für den Anfang bietet sich ein Probetraining in einem Tennisverein an, bei dem das Equipment gestellt wird. Außer Sportkleidung werden für den Start noch Schläger und Bälle für circa 100 Euro benötigt.“ Der Mitgliedsbeitrag im Verein könne je nach Klub und Region stark variieren, liege im Durchschnitt jedoch bei 100 bis 200 Euro im Jahr, was vergleichbar mit vielen anderen Sportarten sei. Unterstützung für Einkommensschwächere gebe es in Form von Förderprogrammen des Deutschen Olympischen Sportbundes und der Landessportbünde, zudem gebe es „zahlreiche Vereine, die ein Tennisangebot in Form von Schul-AGs bieten, das teilweise kostenfrei im Rahmen der Schulbetreuung genutzt werden kann“.Zu einer ähnlichen Einschätzung gelangt der Deutsche Golf-Verband : „Golf ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen“, betont Alexander Klose, Vorstand für Recht und Services. „Einen Grund für das Klischee wird es geben, aber der liegt weit zurück, denn vor vielen Jahrzehnten haben sich wenige den Bau und den Betrieb einer bis zu 80 Hektar großen Golfanlage leisten können.“ Die Sportplätze seien nämlich ohne öffentliche Mittel entstanden. Heute werde auf 730 Golfanlagen in Deutschland gespielt – da sei für jeden etwas dabei.„Die Kosten für einen Golf-Einsteiger müssen nicht hoch sein“, sagt Klose. Zu Beginn werde die Ausrüstung kostenfrei zur Verfügung gestellt, zu kaufen gebe es das Golf-Einsteigerset „schon ab unter 200 Euro“. Auch der Gebrauchtmarkt biete günstige Alternativen. Zudem weist Klose auf „besondere Konditionen für Einsteiger“ in „nahezu allen Golfclubs“ hin. Und wer sich gerade zu Beginn noch nicht sicher ist, „ob er sich mit Haut und Haaren dem Golfspiel verschreiben wird“, dem stehe auch der Einstieg über die Vereinigung clubfreier Golfspieler offen. Für 195 Euro pro Jahr könne man dort als Mitglied auf Golfanlagen spielen – gegen Gastgebühren je nach Spielintensität. „Wer immer noch von Reichensport spricht, hat die Entwicklung der letzten 40 Jahre nicht beobachtet“, betont Klose. „Einfach mal ausprobieren, dann kann man sich sein eigenes Bild machen.“Pauschal lassen sich Sportarten nicht hundertprozentig in Armensport und Reichensport unterteilen. So gilt etwa Fußball traditionell als ein Sport der Armen, da es nur einen Ball braucht – und doch fließt am Ende viel Geld. DassDennoch macht sich die soziale Ungleichheit auch im Sport bemerkbar – aus verschiedenen Studien ging hervor, dass Deutsche mit einem geringeren Einkommen oft weniger Sport machen. „Natürlich ist es so: Wenn man etwas weniger Geld zur Verfügung hat, guckt man genauer hin, wo die Ausgaben landen sollten und wo man sparen kann“, sagt Rall dazu.Zu teuer sei der Mitgliedsbeitrag in Sportvereinen allerdings nicht. „Teilweise haben wir eher den Eindruck, dass sich der Sport manchmal sogar unter Wert verkauft. Jede Kinokarte, die man sich mal gönnt, ist häufig teurer als ein Monat Sport in unseren engagierten Vereinen.“Oft geht es bei den Klischees rund um Sportarten auch um das Geschlecht. Das wohl klassischste Beispiel: Fußball ist etwas für Jungs, Reiten etwas für Mädchen. Natürlich lässt sich das als sexistisch kritisieren und mit Gegenbeispielen widerlegen: Die deutschen Fußballerinnen haben beiAuch hier gilt jedoch: Fußball ist keine Jungensportart, aber eine jungenlastige Sportart, Reiten keine Mädchensportart, aber eine mädchenlastige Sportart. Das geht aus den Mitgliederzahlen klar hervor: Beim Deutschen Fußball-Bund sind im Jahr 2024 laut der offiziellen Mitgliederstatistik insgesamt 6.457.418 Jungen und Männer, aber nur 1.249.789 Mädchen und Frauen angemeldet. Mit anderen Worten: Rund 84 Prozent der deutschen Mitglieder sind männlich, nur 16 Prozent weiblich.Beim Reitsport ist es umgekehrt: Die Deutsche Reiterliche Vereinigung teilt auf Anfrage mit, dass das Verhältnis bei 80 zu 20 liege. Demnach sind es 534.705 weibliche und nur 128.432 männliche Mitglieder. Das sei nicht immer so gewesen: „Der Pferdesport ist in seiner Historie insofern einmalig, dass es sich hierbei um einen ursprünglich von Männern dominierten Sport handelt. Erst 1977 kippte in Westdeutschland das Geschlechterverhältnis im organisierten Pferdesport zugunsten der Frauen.“aus: Laut dem Deutschen Turner-Bund sind es derzeit 3.192.653 weibliche und nur 1.592.977 männliche Mitglieder. „Es ist also tatsächlich so, dass der DTB in der Mehrheit Frauen anspricht“, erklärt Sprecher Torsten Hartmann. „Dies liegt nicht ausschließlich am Turnen, sondern auch an den vielen anderen Bewegungsangeboten des DTB, viele davon im Fitness- und Gesundheitsbereich. Diese vielen Angebote werden in den Turn- und Sportvereinen vor allem von Frauen sehr positiv angenommen, die offensichtlich gerne einen gesundheitsbewussten Lebensstil führen.“Dass das Gerätturnen mehrheitlich Frauen und Mädchen begeistert, sei kein Problem: „Der DTB sieht seine ihm zugewandte Zielgruppe sehr positiv“. Andere Worte findet die Deutsche Reiterliche Vereinigung: „Natürlich würden wir uns freuen, wenn wieder mehr Jungen und Männer den Weg zu uns finden würden. Bereits Ende der 1990er-Jahre haben wir deswegen eine Studie in Auftrag gegeben, die sich mit dem Thema befasst, warum immer weniger Jungen den Weg in den Pferdesport finden.“ Dabei habe sich herausgestellt, dass das Interesse am Pferd bei Mädchen und Jungen im Kindergartenalter etwa gleich groß sei. Erst später ändere sich das, Grund sei unter anderem „das nicht auf die speziellen Bedürfnisse von Jungen angepasste Angebot“ in den Reitschulen. „Mädchen haben meist andere Erwartungen, die leichter zu erfüllen sind. Ihnen reicht oft schon das Zusammensein und die Beziehung zum Pferd aus“, heißt es weiter. „Jungen wollen in der Regel mehr Action, mehr Wettbewerb und Abenteuer. Insbesondere wollen sie in einem bestimmen Alter unter sich sein – und auch das ist oft schwierig.“Auch der Deutsche Fußball-Bund bemüht sich darum, das andere Geschlecht stärker anzusprechen. Als konkrete Ziele nennt er unter anderem, bis 2027 die Anzahl von aktiven Spielerinnen, Trainerinnen und Schiedsrichterinnen um 25 Prozent zu erhöhen, sowie die mediale Reichweite des Frauenfußballs über alle Plattformen hinweg zu verdoppeln. Als Maßnahmen und Projekte, um mehr Mädchen und Frauen für den Sport zu begeistern, nennt der DFB unter anderem die Professionalisierung derOb es bei der einen Sportart mehr Jungen und bei der anderen mehr Mädchen sind, ist aus Sicht des Landessportbundes NRW nicht entscheidend: „Wir finden es völlig egal, welches Geschlecht oder welche Altersklasse – Hauptsache ist und bleibt, dass Menschen überhaupt Sport machen und regelmäßigen Sport in ihren Alltag fest integrieren“, betont Rall. „Wichtig ist doch nur, dass jeder für sich persönlich seinen Sport findet, den er gerne ausüben möchte.“Wie Borussia die Pause nutzt - Spielpraxis für einige Profis

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