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Bouldern: Gesünder fallen

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Auf bis zu fünf Metern Höhe klettern Boulderer – ohne Seil. Wer fällt, dem droht ein kaputter Finger, ein Schaden an der Schulter oder am Ellenbogen. Wie sich dem vorbeugen lässt, erklärt LisbethSchroder. Bouldern ZEITDoctor

Eine Frau klettert an der Hallenwand, drei Meter über dem Boden. Sie sucht mit ihrem rechten Fuß nach dem nächsten Tritt, rutscht ab – und rollt sich ein paar Sekunden später mit schmerzverzerrtem Gesicht am Boden.

Solche Szenen sind beim Bouldern nicht selten zu beobachten. Denn der Klettersport Bouldern zieht eine wachsende Zahl von Amateuren an. Sie arbeiten sich in Hallen oder auch unter freiem Himmel in drei bis fünf Meter Höhe von einem Griff zum nächsten – ohne an einem Seil gesichert zu sein wie beim klassischen Klettern. Sicherheit bietet allein ein weiches Polster, auf das die Kletterer aus der Höhe fallen oder abspringen können.Deutsche Alpenverein . Der Anteil der DAV-Mitglieder, die in solche Hallen gehen, stieg zwischen 2004 und 2017 von 18 auf 27 Prozent. Ab 2020 wird Bouldern als Teil eines Kletterdreikampfs Olympiadisziplin. Sportmediziner warnen allerdings davor, dass mit der Zahl der Klettersportler auch die Zahl der Verletzungen steigt. Laut der Unfallstatistik des DAV entfielen von den 177 Verletzungen mit Notarzteinsatz in Kletterhallen im Jahr 2017 etwa 70 Prozent auf das Bouldern – obwohl die Kletterer ohne Seil in den Hallen eher in der Minderheit sind. Vor allem beim Aufprall auf der Matte verletzen sich die Boulder-Fans. Meist sind die Finger, Schultern und Ellenbogen betroffen, seltener die Fußgelenke."Die meisten dieser Verletzungen kann man verhindern", sagt Volker Schöffl. Der Sportmediziner vom Klinikum Bamberg klettert selbst seit 30 Jahren und hält den Klettersport an sich für eine gute Sache. Insgesamt betrachtet sei er so ungefährlich wie Badminton. Rein statistisch trete pro 1000 Stunden Klettern weniger als eine Verletzung auf. Beim Basketball dagegen seien es im selben Zeitraum 25-mal so viele Verletzungen. Doch um das Bouldern sicherer zu machen, sagt Schöffl, müssten auch die Hallenbetreiber mehr Verantwortung übernehmen. "Es wird schon viel gemacht, aber es ließe sich noch viel verbessern", sagt auch Julia Janotte, Sicherheitsforscherin beim DAV. So sollten die Betreiber Rückzugs- und Ruhebereiche anlegen, damit die Sportler in Pausen nicht nahe den Kletternden auf den weichen Matten sitzen müssten. Auch ein abgeteilter Bereich für spielende Kinder wäre sinnvoll. Auf Augenhöhe sollten Schilder hängen, die Mitstreiter davor warnen, direkt unter einem Kletterer an der Wand durchzulaufen. Und nur wenn Matten übergangslos aneinanderliegen, können die Boulderer nicht mehr in die Ritzen fallen. Außerdem sollte der höchste Griff in einer Kletterroute nicht der schwierigste sein, denn wer hier stürzt, fällt am tiefsten. Solche Tipps mögen simpel klingen, doch wären sie bereits wirkungsvoll. Denn besonders Anfänger erkennen die Schwierigkeiten einer Kletterroute oft nicht. Sie sehen einen Profi an einen Griff springen, sich kraftvoll nach oben ziehen und wollen es ebenso elegant machen. Doch dann rutschen sie ab und rammen mit fast gestreckten Beinen in die Matte. Um das zu verhindern, wären an manchen Stellen einfache Abstiege mit breiten Griffen sinnvoll – damit man nicht springen muss. Zudem sollten die Betreiber Griffe und Tritte an der Wand so befestigen, dass verletzungsträchtige Bewegungen gar nicht erst notwendig sind. Berüchtigt ist etwa der sogenannte Heel-Hook, bei dem man sich mit der Ferse an die Wand zieht. Oder das Drop-Knee, wo man wie ein"X" verdreht an den Griffen hängt.

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