Die gesetzlichen Kassen sollten sich nicht nur als Sparkassen verstehen, sondern sich wieder darauf besinnen, gemeinsam mit den KVen die Versorgung zu gestalten, fordert KVNo-Chef Dr. Frank Bergmann.
Düsseldorf. Die gesetzlichen Krankenkassen müssen endlich wieder in ihre Rolle als Partner der Kassenärztlichen Vereinigungen bei der Gestaltung der Versorgung zurückfinden, fordert der Vorstandsvorsitzende der KV Nordrhein Dr.
Frank Bergmann. „Es kann nicht sein, dass sich die Kassen ausschließlich als Sparkassen verstehen und nicht mehr in der Lage sind, mit uns Versorgung zu gestalten“, sagte Bergmann bei der jüngsten Vertreterversammlung in Düsseldorf.Auch in den Honorarverhandlungen wollten die Kassen nur noch über die Kosten reden, nicht mehr über die Versorgung, bemängelte er.Bergmann kritisierte die Forderung des GKV-Spitzenverbands nach einem Ausgabenmoratorium und die Diffamierung der Entbudgetierung bei Kinder- und Hausärzten als „Honorargeschenke“. Von überproportional gestiegenen Honoraren der Ärztinnen und Ärzte könne keine Rede sein. „Mythos, dass die Niedergelassenen die Kostentreiber sind“Während sich die Ausgaben der GKV für die Krankenhäuser von 2020 bis 2023 um 12,1 Milliarden Euro und die für Arzneimittel um 7 Milliarden Euro erhöht hätten, habe es für die Arzt- und Psychotherapeutenpraxen lediglich 3,2 Milliarden Euro mehr gegeben, sagte er.Von den Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen gingen nur 16 Prozent an die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten, die damit 97 Prozent der Fälle behandelten. „Es ist ein Mythos, dass die Niedergelassenen die Kostentreiber sind“, stellte er klar. „Wir sind für vieles verantwortlich, aber bestimmt nicht für das Defizit der GKV.“In Nordrhein sind die Honorarverhandlungen mit den Kassen beendet, aber die Finanzierungsvereinbarung ist noch nicht unterschrieben. „Es waren sehr lange und sehr schwierige Verhandlungen“, berichtete der KVNo-Chef. Insgesamt sei man knapp unter einer Steigerung der Honorare um 4 Prozent geblieben. „Es ist ein Honorarabschluss, der nicht euphorisch stimmt, aber solide ist“, sagte Bergmann. Einzelheiten sollen in einigen Tagen folgen.
Gesundheitspolitik Krankenkassen
Deutschland Neuesten Nachrichten, Deutschland Schlagzeilen
Similar News:Sie können auch ähnliche Nachrichten wie diese lesen, die wir aus anderen Nachrichtenquellen gesammelt haben.
Bessere Versorgung : Brandenburg erhält vier neue palliativmedizinische TagesklinikenDas Innovationsfondsprojekt „SEELE“ kümmert sich in Brandenburg um todkranke Patientinnen und Patienten. An vier Standorten sollen sie künftig in Selbständigkeit und Lebensqualität unterstützt werden.
Weiterlesen »
Bedarfsplanung : Psychotherapie: Kassen und KV setzen in Bayern auf SonderzulassungenSelbstverwaltung und Gesundheitsministerium im Freistaat Bayern sind sich einig: Es werden dringend mehr Psychotherapeuten benötigt.
Weiterlesen »
Innovationsfondsprojekt SEELE: Bessere Versorgung für Palliativpatientinnen und -patientenGesundheitsministerin Müller würdigt bei Auftaktveranstaltung neue Versorgungsform / Aufbau von vier Tageskliniken in Potsdam, Rüdersdorf, Neuruppin und Eber
Weiterlesen »
„Gemeinsame Handschrift“: Union und SPD erzielen Durchbruch in SondierungsgesprächenBerlin - Erst die schwierigen Finanzfragen, jetzt Migration und Wirtschaft. Union und SPD sind sich in den schwierigsten Streitfragen einig. Jetzt geht es ins Detail.
Weiterlesen »
Sachsen: Diagnose Ärztemangel: Sachsen will Versorgung sicherstellenDer Befund ist nicht neu. Auch in Sachsen fehlen vielerorts Ärzte. Mit Hilfe eines Gutachtens will die Politik gegensteuern und sich frühzeitig auf zukünftigen Bedarf vorbereiten.
Weiterlesen »
Wichtige Schifffahrtsroute für den globalen Ölexport: Gemeinsame Marineübung von China, Russland und IranDas gemeinsame Manöver der drei Staaten findet seit mehreren Jahren regelmäßig im März statt. Die Spannungen in der Region haben zugenommen.
Weiterlesen »
