Seit 1945 ist Frieden in Deutschland, doch der Krieg blieb gegenwärtig. Vier Erinnerungen von taz-Autor*innen.
Der Zweite Weltkrieg hat vielfältige Spuren hinterlassen: Fassade mit Einschusslöchern Foto: Andreas Muhs/CARO/ullstein-bild
Sie hat Unmengen davon gebacken und sie in Päckchen verschickt: an Soldaten aus der Kompagnie ihres Mannes, an Witwen Gefallener, später an ihre Kinder, noch später an uns. Jahr für Jahr, immer diente das Rezept aus der Werra-Rundschau als Vorlage, nur wurde – die Zeiten wurden besser – Kunsthonig durch echten Honig ersetzt, mehr Butter gab es auch.
Die Soße auf dem Teller Wenn man bei meinen Eltern einen Schrank öffnet, sollte man auf einiges gefasst sein. Es fallen einem gerne mal Tüten oder Gläser oder andere Dinge entgegen. Im Keller gibt es einen Raum, der ist komplett mit Kartons vollgestellt. Und in der Küche finden wir bei Besuchen regelmäßig Lebensmittel, die seit Jahren oder gar Jahrzehnten abgelaufen sind. Gewürze, Honig, Tee, gekörnte Brühe, sogar Nudelsaucen und Schokolade.
Der Traum Es war ein immer wiederkehrender Traum, den ich in meiner Kindheit hatte. Er handelte vom Krieg. Ich bin in der Wirtschaftswunderzeit aufgewachsen, der Vergessenszeit, der Lass-uns-nicht-darüber-reden-Zeit, der Zeit, in der Zukunft galt. Wie sich die Vergangenheit dann aber in meine Träume geschlichen hat, das kann man sich denken. Denn Kinder wissen Dinge, die ihnen die Erwachsenen nie erzählten. Sie wissen sie anders als die Erwachsenen, aber sie wissen sie.
Meine Familie hat keine Fluchtgeschichte. Wir wohnten in Süddeutschland – unweit des Rheins. Wohl wurde die Mutter meiner Mutter mit ihren sechs Töchtern gegen Ende des Krieges in den Schwarzwald evakuiert, da die französische Armee die Region von der westlichen Rheinseite aus beschoss.
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