Es hat Jahre gedauert, bis Orbán ins Weiße Haus eingeladen wurde. Trump lobt den Gast als 'respektierten Mann', doch die USA sehen in Ungarn auch ihre Interessen in Gefahr - ChZaschke berichtet
Das US-Außenministerium blickt hingegen durchaus skeptisch auf Orbán, was einer der Gründe dafür ist, dass es so lange bis zum Besuch gedauert hat. Es ist den Amerikanern nicht entgangen, dass Orbán unter anderem die Pressefreiheit eingeschränkt, die Unabhängigkeit der Justiz unterminiert und die amerikanische Zentraleuropäische Universität in Budapest de facto aus dem Land gedrängt hat.
Der Republikaner James Risch, Vorsitzender des Senatsausschusses für Auswärtige Angelegenheiten, schrieb im Namen mehrerer Senatoren aus beiden Parteien, dass der Präsident diese Punkte bei dem Treffen bitte ansprechen solle. In dem Brief warnen die Senatoren davor, dass es in Ungarn mit der Demokratie beständig abwärts gehe, was wiederum Einfluss auf die amerikanischen Interessen in Mitteleuropa habe. Trump ging darauf ein, indem er über seinen Besucher sagte:"Ich weiß, dass er ein harter Mann ist, aber er ist auch ein respektierter Mann. Viele sagen, er hat in puncto Einwanderung das Richtige getan." Damit spielte Trump auf den Zaun an, den Ungarn an der Grenze zu Serbien und zu Kroatien hat errichten lassen.Trumps Vorgänger George W. Bush und Barack Obama hatten Orbán weitgehend ignoriert und sich einem Treffen im Weißen Haus verweigert. Dass er nun schließlich doch begrüßt wurde, verdankt sich langjähriger Lobbyarbeit. Zudem verfolgt das amerikanische Außenministerium mit dem Treffen strategische Ziele. Mit Sorge betrachten die Diplomaten den wachsenden Einfluss von China und Russland in Ungarn. Skeptisch sehen sie zum Beispiel, dass die russisch dominierte Internationale Investitionsbank von Moskau nach Budapest zieht. Zudem wollen sie Orbán davon überzeugen, den Ausbau des Mobilfunkstandards 5G nicht der chinesischen Firma Huawei zu überlassen. Zu größerer Verstimmung führt auch, dass Ungarn regelmäßig die Annäherung der Nato an die Ukraine blockiert.zufolge hat es in Trumps Regierung lange drei Lager in Bezug auf Ungarn gegeben: eins, das Ungarn weiterhin entgegenstehen wollte, eins, dem das Land eher gleichgültig war, und eins, in dem sich die Bewunderer von Orbán versammelten. Dass zu diesen auch Präsident Donald Trump gehört, legen nicht nur seine Äußerungen vom Montag nahe, sondern auch ein Interview, das David Cornstein, der amerikanische Botschafter in Ungarn, kürzlich dem Magazingab. Mit Blick auf Orbáns Machtfülle sagte er:"Ich kenne den Präsidenten seit gut 25 bis 30 Jahren, und ich kann Ihnen sagen, er würde es lieben, in der gleichen Lage wie Viktor Orbán zu sein. Aber das ist er nicht."
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