GDL-Chef Claus Weselsky: 'Dieser Arbeitskampf 'wird der härteste'​

Deutschland Nachrichten Nachrichten

GDL-Chef Claus Weselsky: 'Dieser Arbeitskampf 'wird der härteste'​
Deutschland Neuesten Nachrichten,Deutschland Schlagzeilen

Claus Weselsky gilt als knallharter Streikführer. Der Chef der Lokführergesellschaft GDL erklärt, was ihn antreibt – und wo die Bahn der Gewerkschaft bei den anstehenden Verhandlungen entgegenkommen muss.

Claus Weselsky gilt als knallharter Streikführer. Der Chef der Lokführergesellschaft GDL erklärt, was ihn antreibt – und wo die Bahn der Gewerkschaft bei den anstehenden Verhandlungen entgegenkommen muss.

Mir geht es dabei gut. Und mir ist klar, wenn Menschen ihr Verkehrsmittel entzogen wird, löst das nicht gerade Begeisterung aus. Aber ich bin Kritik und Angriffe gewohnt.Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn lässt die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer derzeit ihre Mitglieder über unbefristete Streiks abstimmen. Damit die GDL unbefristet streiken kann, müssen sich 75 Prozent der Mitglieder dafür aussprechen.Die Bahn hatte die Urabstimmung am Wochenende als „irrational“ kritisiert. „Die Lokführergewerkschaft sucht nur den Konflikt, zur Kooperation ist sie nicht in der Lage“, teilte der Konzern mit.⇥Ich will für meine Kolleginnen und Kollegen über den Verhandlungsweg ein gutes Ergebnis erzielen. Wir bräuchten dieses Schauspiel nicht, wenn der Personalvorstand der Deutschen Bahn, Martin Seiler, nicht jedes Mal denselben Fehler machen würde. Es scheint kein kollektives Gedächtnis bei der Bahn und keine Lernkurve zu geben.Wenn Herr Seiler uns einen Tarifvertrag für Fahrdienstleiter verweigert, ist das wie 2008, als man uns den für Lokführer verwehrt hat oder 2015 den für die Zugbegleiter. 2021 haben wir die Werkstatt und die Verwaltung tarifiert, aber auch dafür streiken müssen. Jetzt streiken wir unter anderem für die Absenkung der Wochenarbeitszeit und den Tarifvertrag für die Fahrdienstleiter. Das ist auch unser grundgesetzlich geschütztes Recht.Bewegung muss es an allen Stellen und bei allen geben. Niemand glaubt doch, dass wir unsere Forderungen eins zu eins umsetzen werden. Aber wenn man einen Kompromiss will, muss man über alle Sachverhalte sprechen. Dem verweigert sich die Bahn bei der Reduzierung der Arbeitszeit. Deswegen ist klar: Der nächstekommt bestimmt. Damit werden wir uns nicht allzu viel Zeit lassen. Erst dann können wir auch rechtssicher längere Streiks machen.Wieso haben Sie dann schon jetzt eine Urabstimmung über unbefristete Streiks eingeleitet? Die Bahn sagt, es sei noch gar nicht richtig verhandelt worden.Wer ist denn zu den letzten Verhandlungen nicht gekommen? Bahn-Vorstand Seiler. Wir sind autonom. Wenn wir entscheiden, wir leiten die Urabstimmung ein, dann tun wir das. Ende der Durchsage.Wir haben jetzt damit begonnen, unseren Mitgliedern die Abstimmungsunterlagen nach Hause zu schicken. Nach Erhalt besteht 14 Tage Zeit für die Abstimmung. Ich rechne mit einem Ergebnis kurz vor oder nach Weihnachten.Es bleibt dabei: Wir wollen über Entgelt und Arbeitszeit reden. Unsere Forderungen liegen auf dem Tisch: 555 Euro mehr im Monat sowie eine Inflationsausgleichsprämie. Außerdem runter mit der Wochenarbeitszeit von 38 auf 35 Stunden. Sollte die Bahn es erneut ablehnen, darüber zu verhandeln, steigert und forciert sie die Eskalation. Und um das auch zu sagen: Wenn man uns elf Prozent und eine Laufzeit des Tarifvertrages von 32 Monate anbietet, ist das lächerlich. Dann bleiben am Ende rund vier Prozent mehr.Wir haben seit mehr als zehn Jahren Personalmangel bei der Bahn. Die Arbeitgeberseite behauptet, sie habe nicht genügend Bewerber für die Ausbildungsgänge. Deswegen haben wir für uns entschieden, dass sich das Tarifsystem bei der Bahn ändern muss, damit es für junge Menschen attraktiver wird. Das geht mit der Absenkung der Wochenarbeitszeit und einer echten Fünf-Tage-Woche. Also fünf Tage arbeiten und zwei Tage frei. Durch die Anhebung des Entgelts wird der…deshalb muss sich bei der Deutschen Bahn auch der gesamte Führungsstil ändern. Der Konzern besteht aus zu vielen Führungskräften zum Leidwesen aller Beschäftigten. Es wird nach unten getreten. Das muss aufhören.Die Auswirkungen werden gravierend sein. Deswegen sind wir auch gegen die komplette Sperrung von ganzen Korridoren. Erstens, weil die Belastung für die Beschäftigten erheblich steigen wird. Zweitens, weil wir den Menschen noch mehr abgewöhnen, mit der Bahn zu fahren. Auf Schienenersatzverkehr lässt sich kein verlässlicher Fahrplan aufbauen. Wut und Frust bekommen dann wiederum die Angestellten zu spüren. Die Alternative ist bauen, sanieren und fahren. Das ist möglich. Gewerkschaftsboss Claus Weselsky fordert im Tarifstreit mit der Bahn ein Entgegenkommen. Viele Beschäftigte seien auch enttäuscht von Führungsstil im Konzern.Nicht zu früh freuen – erst nächstes Jahr im September. Aber klar ist: Die Arbeitgeberseite mauert bei der Absenkung der Arbeitszeit und hat kein Interesse, die Berufe bei der Bahn aufzuwerten. Das sind die Knackpunkte. Deswegen wird dieser Arbeitskampf der härteste.

Wir haben diese Nachrichten zusammengefasst, damit Sie sie schnell lesen können. Wenn Sie sich für die Nachrichten interessieren, können Sie den vollständigen Text hier lesen. Weiterlesen:

rponline /  🏆 8. in DE

 

Deutschland Neuesten Nachrichten, Deutschland Schlagzeilen

Similar News:Sie können auch ähnliche Nachrichten wie diese lesen, die wir aus anderen Nachrichtenquellen gesammelt haben.

GDL-Chef Weselsky droht mit Streiks in der WeihnachtszeitGDL-Chef Weselsky droht mit Streiks in der WeihnachtszeitDJ GDL-Chef Weselsky droht mit Streiks in der Weihnachtszeit BERLIN (Dow Jones)--Der Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Claus Weselsky, droht mit Streiks in der Weihnachtszeit.
Weiterlesen »

Auch Weihnachten ohne Bahn?: GDL-Chef Weselsky hält Streiks für unausweichlichAuch Weihnachten ohne Bahn?: GDL-Chef Weselsky hält Streiks für unausweichlichDie aktuelle Tarifrunde ist noch gar nicht gestartet, die Fronten sind aber bereits massiv verhärtet. Bahngewerkschafter Weselsky glaubt, dass es ohne Streiks der GDL nicht gehen werde. Das hänge vom Angebot der Bahn ab. Das betrifft auch die Weihnachtsfeiertage.
Weiterlesen »

GDL und Bahn verhandeln über neuen Tarifvertrag - GDL-Chef Weselsky geht von Streiks ausGDL und Bahn verhandeln über neuen Tarifvertrag - GDL-Chef Weselsky geht von Streiks ausDie Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) und die Deutsche Bahn verhandeln ab heute in Berlin über einen neuen Tarifvertrag. Der GDL-Vorsitzende Weselsky geht nach eigener Aussage davon aus, dass der Tarifkonflikt nicht ohne Arbeitsniederlegungen ablaufen wird. Weselsky drohte der Bahn mit Streiks in den Weihnachtswochen.
Weiterlesen »

Deutsche Bahn gegen GDL: Claus Weselsky – der Mann, der die Züge stoppen kannDeutsche Bahn gegen GDL: Claus Weselsky – der Mann, der die Züge stoppen kannClaus Weselsky startet seine letzte Tarifrunde vor dem Ruhestand. Der Chef der GDL gilt als begnadeter Stratege – und als knallhart.
Weiterlesen »

GDL-Chef Weselsky: Streiks während Weihnachtsferien sind möglichGDL-Chef Weselsky: Streiks während Weihnachtsferien sind möglichBerlin - Im Tarifstreit zwischen der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) und der Deutschen Bahn sind Streiks innerhalb der Weihnachtsferien nicht auszuschließen. Die Gewerkschaft habe den Vorschlag
Weiterlesen »

Bahnstreik: Der Lahmleger – wer ist GDL-Chef Claus Weselsky?Bahnstreik: Der Lahmleger – wer ist GDL-Chef Claus Weselsky?Erneut drohen Bahnstreiks. Die GDL treibt die Deutsche Bahn wieder vor sich her. Im Mittelpunkt ihr Chef: Claus Weselsky. Wer ist der Mann, der Deutschlan...
Weiterlesen »



Render Time: 2026-05-10 13:37:04